Neues aus dem Projektgebiet

Brunnen in Bbaala

Es ist geschafft! Der Brunnen in Bbaala ist fertig! Das konnte gelingen dank großzügiger Spenden und der Spendenaktion der SV des Gymnasiums Köln Pesch, die – trotz Corona und Lockdown – immerhin stolze 5855 € gesammelt hat! Und natürlich durch die unermüdliche Arbeit unserer Freunde vor Ort, die trotz der Einschränkungen durch die Pandemie den Bau zügig voran getrieben haben. Allen ein herzliches Danke!

Nun haben die ca. 1500 Einwohner in Bbaala endlich Zugang zu sauberem Wasser und müssen nicht mehr einen halbstündigen Fußmarsch auf sich nehmen, um Wasser aus dem Sumpfgebiet am Fuße des Hügels zu holen, auf dem das Dorf liegt. Insbesondere für die örtliche Grundschule und unser nahegelegenes Gesundheitszentrum ist die Versorgung mit Trinkwasser eine enorme Bereicherung.

Unterstützung

Goretti+Emmanuel

Viele Menschen in den Dörfern befinden sich nach wie vor in einer Notlage, weil ihre Erwerbsmöglichkeiten weggebrochen sind und ihr kleines Stück Land häufig nur unzureichend zur Versorgung beitragen kann. Außerdem sind (nicht nur) die Lebensmittelpreise während der Pandemie drastisch gestiegen. Unser Team in Kamukongo hat inzwischen dank der Unterstützung durch unsere Spender*innen (s. Corona-Nothilfe) fast alle der ca 650 bedürfigen Familien im Projektgebiet mit Lebensmitteln, Decken, Matratzen, Moskitonetzen und Schutzmasken versorgt – und die Unterstützung geht weiter. Emmanuel schreibt in seiner ausführlichen Mail vom Januar diesen Jahres „Wir freuen uns , dass es uns gut gelungen ist mit Hilfe von den Bürgern  selbst und von den Bürgermeistern in den verschiedenen Dörfern diese Hilfe zu verteilen und die Menschen haben sich riesig gefreut und bedanken sich herzlich für diese ‚Corona und politische Unruhe Nothilfe‘ „.

Die politische Lage ist ein weiteres Thema, dass unsere Freunde in Uganda belastet. Vor und nach den Präsidentschaftswahlen im Januar gab und gibt es viel Unruhe im Land, der Oppositionsführer Bobbi Wine, von dem viele glauben, dass er die Wahl eigentlich gewonnen hat, wird im Hausarrest festgehalten, etliche seiner Anhänger sind im Gefängnis gelandet und die Regierung Museveni unterdrückt den demokratischen Protest insbesondere der jungen Leute, die in Bobbi Wine einen Hoffnungsträger sehen. Emmanuel: „Es gibt immer mehr junge Leute, die keine Hoffnung mehr sehen und verlassen das Land um sich Arbeitsplätze in anderen afrikanischen und arabischen Ländern zu suchen. “

Auch die Corona-Lage bietet Anlass zu Sorge: immer mehr Menschen sind infiziert, die unzureichend vorhandenen Krankenhäuser sind völlig überlastet und viele Menschen werden zu Hause gepflegt, was die Ausbreitung begünstigt. Auch dass die Kinder ein Jahr lang nicht die Schule besuchen durften und in den Dörfern natürlich miteinander spielen und toben, trägt zur Verbreitung bei.

Endlich wieder Schule!

Das Schulzentrum hat inzwischen Platz für 400 Schüler*innen der High School, 150 Auszubildende des Berufsbildungsinstituts, Lehrer*innen und Ausbildungspersonal. Am 20.02.2021 wurde die zu zwei Dritteln vom BMZ geförderte Mehrzweckhalle feierlich eingeweiht, die vom Schulministerium als Voraussetzung  zur Abnahme von Prüfungen gefordert worden war.

Eine erfreuliche Neuigkeit ist auch, dass die Deutsche Botschaft mit einem Zuschuss die Einrichtung eines Solarlabors in Kitamba ermöglicht, wo demnächst Elektriker zu Solarfachleuten weitergebildet werden.

Nach über einjähriger Pause hat endlich der Schulbetrieb für alle Kinder wieder begonnen. Die Abschlussklassen des Schuljahres 2020 durften sich bereits ab Oktober auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. Im Schulzentrum in Kitamba haben die schriftlichen Prüfungen in der neuen Mehrzweckhalle stattgefunden, die am 20.02.2021 feierlich eröffnet wurde. Die neuen Abschlussjahrgänge haben seit Mitte Februar wieder Unterricht – alles unter strengen Hygiene-Auflagen. Für alle anderen Klassen versucht die Regierung, durch zwei Kurzschuljahre das verlorene Schuljahr 2020 auszugleichen. So wird bis Ende August das Schuljahr 2020 und ab September dann das eigentliche Schuljahr 2021 sehr komprimiert durchgeführt.

Viele private Schulen haben die Krise aus finanziellen Gründen nicht überlebt. Dank unserer Spender*innen und Patenschaften konnten wir die Zeit überbrücken und unseren Lehrer*innen ein Kurzarbeitergeld zahlen. Nach wie vor bleibt aber das Problem, dass viele Eltern auf Grund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten (s.o.) das Schulgeld nicht bezahlen können. Wir freuen uns daher über jede neue Schulgeldpatenschaft, die in unseren Schul- und Ausbildungsfonds fließt und dazu beiträgt, den Kindern und Jugendlichen in Uganda eine Perspektive auf ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen.

Falls Sie eine Patenschaft übernehmen möchten: hier finden Sie das entsprechende Patenschaft, Formular IBAN 2017

Abschlussprüfungen in der Berufsschule

Energieversorgung

Nach dem Einbau der Filteranlage im Schulzentrum, die dafür sorgt, dass das Wasser nicht mehr abgekocht werden muss, ist nun auch für eine stabile Stromversorgung der verschiedenen Gebäude gesorgt.

Zur Versorgung der gewachsenen Anzahl von Menschen im Schulzentrum und um Energiekosten für den Betrieb des Generators für die Pumpe zu sparen, wird aktuell (April 2021) eine zweite Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Litern gebaut.

Plantage in Birinzi

2015 wurden auf dem etwa 80 ha  großen Grundstück am Birinzi-See Bäume und Sträucher gepflanzt. Nahe dem Äquator und in rd. 1.130m Höhe wachsen Mangos, Orangen, Zitronen, Papayas, Guaven, Avocados, Granatäpfel und Jack-Frucht, aber auch Kaffee, Kakao, Zimt, Arzneipflanzen und tropische Holzarten. Ziel ist außer der Selbstversorgung, durch den Verkauf Einnahmen zu erzielen und dazu beizutragen, das Projekt langfristig aus eigener Kraft zu finanzieren.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)  ist außerdem ein Lager- und Distributionszentrum entstanden, für das sich auch über 800 Kleinbauern aus der Umgebung interessieren und mit uns kooperieren wollen, da sie selbst keine trockenen Lagermöglichkeiten haben.

Auf Grund einer großzügigen Spende ist es nun möglich, auch eine der vier Lagerhallen als Kühlhalle auszubauen. um insbesondere das Hauptnahrungsmittel Mais gegen das hoch gefährliche Schimmelpilzgift Aflatoxin zu schützen.

Das "Birinzi-Team"