Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor...

Der mit großem Abstand bedeutendste Sektor der ugandischen Volkswirtschaft ist die Landwirtschaft. 80% der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, zum besseren Verständnis jedoch einige ergänzende Zahlen:Rd. 85% der Bevölkerung Ugandas wohnen auf dem Land, 15% in Städten.2/3 der ländlichen Bevölkerung leben von Subsistenzwirtschaft*Die Arbeitslosenquote liegt bei ca. 65%.
Für den täglichen Bedarf werden hauptsächlich Kochbananen, Reis, Maniok, Bohnen, Yams und Süßkartoffeln angebaut.

... aber niedrige Wachstumsraten

Die Landwirtschaft hatte in den vergangenen Jahren niedrigere Wachstumsraten als andere Sektoren. Als Ursachen neben dem Verfall der Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte (Kaffee – 63% des ugandischen Exports! - , Tee, Baumwolle etc.) nennt die Bundeszentrale für politische Bildung vor allem:

  • Fehlender Zugang zu Elektrizität; lediglich 2% der Bevölkerung hat Zugang zu Strom.
  • Lagerhaltung für verderbliche Waren ist kaum möglich.
  • Unzureichendes Transportwesen.
  • Kaum Zugang zu Finanzdienstleistungen auf dem Land; geringe Reichweite von Mikrofinanzinstituten.
  • Stark eingeschränkte „Marktintegration“ / kaum Teilhabe der Bauern an größeren Märkten und am Export.

Ziele im Projekt und seinem Umfeld

Den o.g. generellen Problemen versucht das Projekt mit verschiedenen konkreten Maßnahmen zu begegnen.
Unsere lokalen Partner verfügen über Kenntnisse und Erfahrungen mit traditionellen Formen der Landwirtschaft und verknüpfen diese mit neuen, ökologisch empfohlenen Methoden. Ziele sind dabei u.a.:
- Entwaldung vermeiden (s. Energie), Bodenerosion verhindern
- Fruchtbarkeit / Produktivität der Böden bewahren
Das bedeutet konkret:
- Keine Monokulturen
- Keine Flächenrodung
- Anlegen von Mischkulturen, insbesondere in Hanglagen unter Erhalt von Bäumen und Sträuchern und deren Wurzelwerk zur Verhinderung von Bodenerosion
- Kein Einsatz von (schweren) Landmaschinen
- Organischer Landbau unter Verzicht von Kunstdünger, Pestiziden etc.Schutz des Grund- und Oberflächenwassers


Mittelfristig soll die beispielhafte Arbeit innerhalb des Projekts u.a. in den Bereichen Landbau, Waldbau und Viehzucht z.B. durch Schulungs- und Trainingsprogramme in die Nachbargemeinden ausstrahlen und zur sozialen Verankerung des Projekts in der Region mit beitragen.

* Subsistenzwirtschaft nennt man die sich selbst genügende agrarische Wirtschaftsweise, bei der auf niedrigem Entwicklungsniveau der Produktionstechnik die Produzenten (Kleinbauern, Familien, Dorfgemeinschaften) ausschließlich für den täglichen Eigenbedarf und für den Austausch auf örtlichen Märkten oder in der Dorfgemeinschaft produzieren.



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