Elektrifizierung tut not

In Afrika südlich der Sahara befindet sich die am geringsten elektrifizierte Region der Welt. Nur 3 % der Bevölkerung Ugandas haben Zugang zu Strom. In den meisten Städten fehlen Stromverteilerstationen. Trotz der Erweiterung der „Owen Falls-Extension“, dem wichtigsten Kraftwerk Ugandas (Wasserkraftwerk bei Jinja nahe der Nilquelle / Ausfluss des Nils aus dem Viktoriasee) und einem neuen Kraftwerk an den Bujagali-Falls fehlen Uganda zu Spitzenzeiten etwa 20 MW (Megawatt) Strom. Das Uganda Electricity Board (UEB) machte 1999 Verluste von rd.
34 % der gesamten Elektrizitätsproduktion von 1.340 KWH durch mangelhafte Stromnetze, schlechte Eintreibung von Einnahmen und Diebstahl.
Der Verbrauch traditioneller Energie - zum Großteil Brennholz - lag 2000 bei 89,7 %.

Die Probleme Ugandas mit der Energieversorgung werden wahrscheinlich aufgrund sinkender Pegelstände in den großen Seen weiter steigen. Die wenigen vorhandenen Wasserkraftwerke laufen nicht mehr unter Volllast, was häufige Stromabschaltungen zur Folge hat. Im Durchschnitt führen die Leitungen in Nyendo täglich nur an ca. 5-6 Std. Strom. Dies trifft insbesondere den Dienstleistungs- und verarbeitenden Sektor, der unter hohen Kosten Strom mit Dieselgeneratoren erzeugen muss.

Die Versorgung des Landes mit Benzin- und Dieselkraftstoffen erfolgt über Kenia. Die Unruhen und Auseinandersetzungen in Kenia nach den Präsidentschaftswahlen im
Frühjahr 2008 und die generelle Verteuerung von Öl auf den Weltmärkten haben die Energiepreise in die Höhe schnellen lassen. Ein Liter Benzin kostet an Tankstellen z.Zt. umgerechnet ca. 1,20 Euro.

Deutschland konzentriert sich bei der Entwicklungszusammenarbeit mit Uganda auf die Schwerpunkte Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Finanzsektorentwicklung und seit 2007 erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Im Energiesektor ist es das Ziel, Energie effizient und umweltverträglich zu produzieren.

Photovoltaik-Anlagen im Projekt

„Our children and our future” hat die einzelnen Häuser und Einrichtungen des Projekts in Kamukongo, in Nyendo und in Bbaala mit Solarenergie (Photovoltaik-Anlagen) ausgestattet. Dadurch wurde es in Kamukongo möglich, auch abends bei Licht Schularbeiten zu machen, im und am Haus zu arbeiten und gefangenen Fisch kurzfristig zu lagern.

Auch das 2010 gebaute Gesundheitszentrum (HHHC) und das neue Schulgebäude der Primary School in Bbaala wurden mit kleinen Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.
Im Gesundheitszentrum erleichtert das Licht Notfallbehandlungen abends und nachts und sichert den Betrieb eines Kühlschrankes für wärmeempfindliche Medikamente.
In der Schule wird der Einsatz von elektrischen Geräten und Medien und andererseits auch Abendunterricht z.B. Alphabetisierungskurse für Erwachsene möglich.

Die o.g. Stromausfälle führten im Afrika Point in Nyendo dazu, dass der Betrieb der Geschäfte häufig still stand. Insbesondere das Internet-Cafe war davon betroffen. Der kleine Generator war reparaturanfällig. Die Benzinkosten hatten die bescheidenen Überschüsse der Geschäfte und Werkstätten fast aufgezehrt. Die neue Photovoltaik-Anlage sichert seit 2010 einen regelmäßigen Betrieb.


Energie für alle

Energie ist für „Entwicklung“ nach westlichem Verständnis unverzichtbar. „Energie für alle“ ist selbstverständlich für die Menschen in den Industrieländern. Die Bewohner ländlicher Gebiete in Afrika sind davon weit entfernt. Wie eingangs beschrieben fehlen die Kraftwerke, um den nötigen Strom zu erzeugen. Und wäre er ausreichend vorhanden, fehlte es an der nötigen Infrastruktur für eine zentrale Stromversorgung der Dörfer und Hütten.

In Regionen ohne Stromnetz sind dezentrale Solar-Anlagen denkbar. Große Anlagen sind jedoch für die meisten Menschen zu teuer.
Für das Projektgebiet, eine Gemeinde mit fünf Dörfern und weit verstreut gelegenen ärmlichen Hütten, scheinen zwei Modelle machbar:

  • Bau eines OSRAM Off-Grid-Projekt (siehe: Pilotprojekt am Viktoriasee in Kenia). An Energiestationen können Akkus für energiesparende Lampen, Leuchten und andere Elektrogeräte aus Solarenergie preisgünstig und umweltschonend aufgeladen werden.
  • Aufbau einer SOLUX-Werkstatt zur Endmontage und zum Vertrieb von mobilen Solar- Leuchten. (Kleine Voltaik-Anlagen)

Beide Modelle basieren auf Photovoltaik, Stromgewinnung aus Sonnenenergie. OSRAM baut zentrale Energiestationen zum Aufladen und Austauschen von Akkus.
Der gemeinnützige Verein SOLUX e.V. entwickelt Solar-Leuchten mit kleinen Solar-Panels.

Z.Zt. verwenden die Menschen im Projektgebiet Petroleum-Leuchten als Lichtquelle.


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