Projektziele

Wichtig war uns von Anfang an, dass das Waisen-Wohnprojekt in Kamukongo keine Insellösung in einer ansonsten instabilen und armen Umgebung bleibt, sondern auch Auswirkungen auf die Projektregion hat. Wir wollen dabei mitwirken, die Infrastruktur im Umfeld des Kinderheims Kamukongo in den Bereichen schulische und berufliche Bildung, Gesundheit, Ernährungsquellen, Wasser- und Energieversorgung, etc. auf- bzw. auszubauen

Seit 2009 war erklärtes Ziel des Fördervereins, mit Hilfe von Patenschaften möglichst allen Kindern im Projektgebiet den Schulbesuch zu ermöglichen. Wir konnten erreichen, dass die Schülerzahl in der Grundschule, der St.Francis Primary School in Bbaala von 330 im Jahr 2009 auf ca 900 in 2018 angestiegen ist. Außerdem konnten wir ein Gebäude restaurieren und zwei neue Gebäude mit insgesamt neun Klassenräumen, eine Mensa, einen Schlafsaal für Jungen und fünf Lehrerwohnungen bauen.

Das nächste Ziel war, in der Region ein Schulzentrum mit Weiterbildungsmöglichkeiten nach Beendigung der Grundschule zu schaffen. Wir begannen mit dem Aufbau einer Berufsschule.

Im Februar 2015 konnte das OCAOF Vocational Institute mit dem Schulbetrieb beginnen, in dem folgende Ausbildungsgänge angeboten werden:

Automechaniker, Schlosser, Installateure; Schreiner, Zimmerleute; Berufe aus dem Hoch- u. Tiefbau; Elektriker, „Solateure“; Frisöre, Hauswirtschaft; Garten-, Land- und Viehwirtschaft (in Kooperation mit der projekteigenen Charles Lwanga Kamukongo Farm); Erziehung, Büroarbeit, Informatik.

Außerdem sind ein Verwaltungsgebäude mit Computerlabor, eine Schulküche mit Mensa und Wohneinrichtungen für Lehrer/innen, Schüler/innen und Auszubildende entstanden.

Unmittelbar neben dem Berufsbildungsinstitut konnte im Januar 2016 durch die großzügige Unterstützung der Firma KNIPEX in Wuppertal die Kitamba High School mit den Klassen 8-11 an den Start eröffnet werden. So können verschiedene Einrichtungen gemeinsam genutzt werden, z.B. die Mensa mit Schulküche, die Wasserversorgung, Sanitäreinrichtungen, die geplante Biotop-Kleinkläranlage, Einrichtungen zur Energieversorgung und „Dormitories“, Internatsgebäude für Auszubildende und Schüler/innen aus größerer Entfernung.

Nahe der Schule konnten wir im Januar 2011 das Haide-Helmut Health-Centre (HHHC) einweihen, eine Gemeinde-Gesundheitsstation mit verschiedenen Behandlungsräumen, die eng mit dem nächstgelegenen Krankenhaus, dem Villa Maria Hospital, zusammenarbeitet. 2012 konnte das Zentrum um eine Entbindungsstation erweitert werden, 2014 wurde zusätzlich ein Wohngebäude für Mitarbeiter/innen gebaut.

Neben der bestehenden kleinen Photovoltaik-Anlage wurde auf dem Dach ein solarer Wassererhitzer für die Entbindungsstation installiert.

Das HHHC leistet regelmäßige „Sprechstunden“ und einen medizinischen Notdienst. Schwere Erkrankungen oder Verletzungen werden in das Villa Maria Hospital oder ins Kitovu-Hospital in Masaka überwiesen.
Neben der unmittelbaren medizinischen Versorgung der Menschen werden Gesundheitsvorsorgemaßnahmen, z.B. durch Impfaktionen, Informationsveranstaltungen, Vorträge und Schulungen zu gesundheitlichen Themen wie: Hygiene, Ernährung, Geburt, HIV / AIDS, Malaria, sauberes Wasser, Schwangerschaftsverhütung und 1. Hilfe-Kurse für Erwachsene angeboten.

In regelmäßigen Abständen besuchen befreundete Ärzte aus Deutschland, Norwegen und der Schweiz das Projekt und unterstützen das Team.

Die Farm

Durch die Initiative von R. Baumann und die finanzielle Unterstützung von Freunden und Förderern aus München entstand in den Jahren 2012 / 2013  die Charles Lwanga-Farm, mit Ställen für Rinder und Schweine, einem Ökonomiegebäude mit Lagerräumen, Wohnraum für Angestellt und Auszubildende und sanitären Anlagen. Die Farm bietet eine Reihe von Arbeitsplätzen und ist Anschauungsobjekt für Kleinbauern der Gegend, die sich über Möglichkeiten der Viehzucht informieren können. Außerdem kooperiert sie als Partnerbetrieb bei der Ausbildung von jungen Land- und Viehwirten mit unserem Berufsbildungszentrum.

Die Farm unterstützt die Versorgung des Kinderheims und die Schulküche an der St. Francis Primary School in Bbaala. Kälber oder Ferkel werden an Kleinbauern verkauft und Milch und Milchprodukte auf lokalen Märkten angeboten.

Die Plantagen

Dank eines großzügigen Förderers wurde der Kauf eines insgesamt 80 ha großen Grundstücks am Lake Birinzi, ca. 10 km entfernt vom Waisenhaus in Kamukongo, ermöglicht. Das Grundstück dient der landwirtschaftlichen Selbstversorgung und als zusätzliche wirtschaftliche Grundlage für das Projekt durch Verkäufe der Ernteerträge. Über 10.000 Obstbäume wie Mango, Papaya, Orangen, Zitronen u.a., Nußbäume und Nutzhölzer wie Mahagony oder Teak, Kakao-Bäume und Kaffeesträucher wurden vor der Regenzeit 2015 gepflanzt. Inzwischen (Stand Februar 2019) sind die Bäume gut gewachsen und einige haben bereits erste Früchte getragen.

Ein weiteres etwa 8 ha großes Grundstück in Kinoni ist zu einem großen Teil mit Kiefern bewachsen und liefert Holzerträge. Außerdem wird dort Kaffee und Mais angebaut.