Neues aus dem Projektgebiet

Auch weiterhin befindet sich Uganda im Lock-Down. Das bedeutet, dass die meisten Kinder im Kinderhaus sind, lediglich die Schüler*innen der Abschlussklassen durften seit Oktober 2020 in die Schulen zurückkehren, unter strengen Hygiene-Auflagen und nur im Internatsbetrieb. Viele private Schulen im Land mussten schließen, weil sie die finanzielle Absicherung nicht mehr leisten konnten. Dank unserer Spender*innen konnten wir bisher dagegen halten (s. Corona-Nothilfe) „Unsere“ Kinder im Kinderhaus erhalten dort etwas Unterricht und helfen zum anderen auch im Garten oder auf den Feldern mit. Dabei erfahren sie unmittelbar, wie wichtig eine solide Selbstversorgung ist. Sorgen machen unseren Freunden nämlich die deutlich gestiegenen Preise für Lebensmittel, die im Laden erworben werden müssen. Gott sei Dank sichern unsere Plantagen jedoch einen großen Teil der Ernährung.

Viele Menschen in den Dörfern befinden sich jedoch in einer akuten Notlage, weil ihre Erwerbsmöglichkeiten weggebrochen sind und ihr kleines Stück Land häufig nur unzureichend zur Versorgung beitragen kann. Unser Team in Kamukongo hat inzwischen fast alle der ca 650 bedürfigen Familien im Projektgebiet mit Lebensmitteln, Decken, Matratzen, Moskitonetzen und Schutzmasken versorgt. Emmanuel schreibt in seiner ausführlichen Mail vom Januar diesen Jahres „Wir freuen uns , dass es uns gut gelungen ist mit Hilfe von den Bürgern  selbst und von den Bürgermeistern in den verschiedenen Dörfern diese Hilfe zu verteilen und die Menschen haben sich riesig gefreut und bedanken sich herzlich für diese ‚Corona und politische Unruhe Nothilfe‘ „.

Die politische Lage ist ein weiteres Thema, dass unsere Freunde in Uganda belastet. Vor und nach den Präsidentschaftswahlen im Januar gab und gibt es viel Unruhe im Land, der Oppositionsführer Bobbi Wine, von dem viele glauben, dass er die Wahl eigentlich gewonnen hat, wird im Hausarrest festgehalten, etliche seiner Anhänger sind im Gefängnis gelandet und die Regierung Museveni unterdrückt den demokratischen Protest insbesondere der jungen Leute, die in Bobbi Wine einen Hoffnungsträger sehen. Emmanuel: „Es gibt immer mehr junge Leute, die keine Hoffnung mehr sehen und verlassen das Land um sich Arbeitsplätze in anderen afrikanischen und arabischen Ländern zu suchen. “

Auch die Corona-Lage bietet Anlass zu Sorge: immer mehr Menschen sind infiziert, die unzureichend vorhandenen Krankenhäuser sind völlig überlastet und viele Menschen werden zu Hause gepflegt, was die Ausbreitung begünstigt. Auch dass die Kinder seit fast einem Jahr nicht mehr die Schule besuchen und in den Dörfern natürlich miteinander spielen und toben, trägt zur Verbreitung bei.

Das  Schulzentrum ist (eigentlich) stark nachgefragt…

Pünktlich zu Bweginn des letzten Schuljahres, das in Uganda im Februar begonnen hatte, wurde der Bau der beiden zusätzlichen Dormitorien im OCAOF Weiterbildungszentrum in Kitamba fertig gestellt. Dank der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das die Kosten mit 75% gefördert hat, könnten nun insgesamt 360 Schüler*innen die Secondary School im Internatsbetrieb besuchen. Insgesamt hätten ab dem Schuljahr 2020 rund 400 Schüler*innen in den Klassen 8 bis 11 in Kitamba unterrichtet werden können – eigentlich… (s.u.)

Das „OCAOF Vocational Institute“ (Berufsschule) besuchten zu Schuljahresbeginn 2020 ca 120 Auszubildende in 9 Ausbildungsgängen.

Allerdings ruht wegen Corona auch weiterhin der Schulbetrieb. Ab Oktober durften nur die Abschlussklassen, also Klasse 7 der Grundschule, Klasse 4 der weiterführenden Schule und die Jugendlichen im letzten Jahr der Berufsschule wieder zur Schule gehen. Das neue Schuljahr 2021 hat nun im Januar gerade begonnen – wieder nur für die Abschlussklassen! Das ist nicht nur ein schwieriges Jahr für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die Lehrerinnen und Lehrer und die übrigen Angestellten, die unsere finanzielle Unterstützung benötigen. 

Wir freuen uns daher über jede neue Schulgeldpatenschaft, die in unseren Schul- und Ausbildungsfonds fließt und uns hilft, diese schwierige Zeit zu überbrücken. (Eine ausführliche Situationsbeschreibung finden Sie im Patenbrief Juni 2020)

Falls Sie eine Patenschaft übernehmen möchten: hier finden Sie das entsprechende Patenschaft, Formular IBAN 2017

Erfreulich ist, dass der Bau der Mehrzweckhalle im Schulzentrum, die zu 75% vom BMZ finanziert wird, große Fortschritte macht. Die Halle soll zu sportlichen und kulturellen Zwecken genutzt werden und war vom Schulministerium als Voraussetzung für die Durchführung von schriftlichen Prüfungen gefordert worden.

Das Schulzentrum ist eine schöne Anlage geworden

Das Internatsgebäude für die Jungen

Energieversorgung

Nach dem Einbau der Filteranlage im Schulzentrum, die dafür sorgt, dass das Wasser nicht mehr abgekocht werden muss, ist nun auch für eine stabile Stromversorgung der verschiedenen Gebäude gesorgt. Die Module für das lokale Stromnetz wurden inzwischen von dem Elektriker-Team in Kitamba angeschlossen. Das System funktioniert. Als Technikraum für Wechselrichter, Steuergeräte und Batterien wurde der ehemalige Durchgang zwischen den Werkstattgebäuden der Elektriker und der Mechaniker (ca. 2 x 8m)“geschlossen“. An der Rückseite der Montagewand befindet sich einer der beiden Unterrichtsräume der Elektriker, der zukünftig auch für die Ausbildung von Solarfachleuten genutzt wird. Wir bedanken uns herzlich bei Peter Heisig aus Stuttgart, der zusammen mit Dr. Stefan Clarenbach die Anlage geplant und realisiert hat! Herr Heisig wird auch die Detailplanung für die nötige Energieversorgung des Lager- und Distributionszentrums in Birinzi begleiten.

Plantage in Birinzi

2015 wurden auf dem etwa 80 ha  großen Grundstück am Birinzi-See Bäume und Sträucher gepflanzt. Nahe dem Äquator und in rd. 1.130m Höhe wachsen Mangos, Orangen, Zitronen, Papayas, Guaven, Avocados, Granatäpfel und Jack-Frucht, aber auch Kaffee, Kakao, Zimt, Arzneipflanzen und tropische Holzarten. Ziel ist außer der Selbstversorgung, durch den Verkauf Einnahmen zu erzielen und dazu beizutragen, das Projekt langfristig aus eigener Kraft zu finanzieren.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)  ist außerdem ein Lager- und Distributionszentrum entstanden, für das sich auch über 800 Kleinbauern aus der Umgebung interessieren und mit uns kooperieren wollen, da sie selbst keine trockenen Lagermöglichkeiten haben.

Emmanuel berichtet in seiner Mail von Januar 2021, dass die Ernte von Mais und Bohnen sehr gut war, und dass sie auch Vorräte von Kleinbauern aufgekauft und eingelagert haben, um die Versorgung der Kinder sicherzustellen, wenn die Schule wieder losgeht. Auch die gute Ernte von Avocados, Mangos, Orangen und Jack Fruit war eine willkommene Vitaminspritze für die Kinder, um die Immunabwehr zu stärken.

Erweiterungsgebäude am Gesundheitszentrum

Angestoßen durch die Initiative unseres Arztes Dr.Volker Peinke, der im Januar 2020 wieder wie jedes Jahr vor Ort war, begann der Bau eines weiteren Mitarbeitergebäudes am Gesundheitszentrum, um den Mitarbeiter/innen weite Wege zu ihrer Arbeitsstelle zu ersparen – was sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie und dem Lock-Down  als wahrer Segen erweist. Unterstützt durch viele Spenden konnte das Gebäude fertiggestellt werden, und die Mitarbeiter*innen freuen sich über die schönen neuen Räume. Außerdem entstand eine Küche, in der Angehörige den Patienten eine Mahlzeit zubereiten können.