Emmanuel Musoke schrieb im März 2009 zur schulischen Grundbildung im Projektumfeld:
„Es gibt fünf kleine Dörfer, die eine kleine Dorfgemeinde machen und diese Dörfer heiβen Kamukongo, Bbaala, Kitamba, Kawule und Kakunyu. Es sind diese Dörfer, die von der Hilfe von “Our Children and Our Future” profitieren, denn die meisten Mitarbeiter/innen kommen aus diesen Dörfern. In dieser Dorfgemeinde sind:
- circa 255 Familien
- circa 800 Erwachsene
- circa 1.530 Kinder und davon circa 220 Kinder, die Schule NICHT besuchen können (wegen Armut).
Viele Kinder leben in einem schlechten Zustand, denn ihre Eltern sind arbeitslos und arm, viele von diesen Eltern sind Kleinbauern mit ganz begrenzten Einkommensquellen. Was sie verdienen ist nicht genug, um für Transport, medizinische Behandlungen für die Familie, Hausbau, Lebensmittel wie, Zucker, Salz, Streichhölzer, Petroleum für Laterne fürs Nachtlicht, Seife usw. zu bezahlen. Und weil manche Familien sich nicht gut versorgen können, werden sie oft krank“.

Schulpatenschaften

Seit 2009 war erklärtes Ziel des Fördervereins, mit Hilfe von Patenschaften möglichst allen Kindern im Projektgebiet den Schulbesuch zu ermöglichen. Wir konnten erreichen, dass die Schülerzahl in der St.Francis Primary School in Bbaala von 330 im Jahr 2009 auf 830 in 2017 angestiegen ist.
Die Auswahl der Kinder für Schulpatenschaften erfolgt nach persönlicher Kontaktaufnahme mit den Familien bzw. Angehörigen der Kinder. Dabei bemühen sich Maria Goretti, Rose und ein eigens dafür eingerichtetes Team von Helfer/innen aus jedem der beteiligten Dörfer, die familiäre Situation der Kinder zu berücksichtigen. Es ist wichtig, diese soziale Begleitung auch später beizubehalten. Sie ist ein Baustein des angestrebten „integrierten Ansatzes“, in dem Bildung, Gemeindesozialarbeit und Gesundheitsvorsorge parallel gefördert werden.


Die St.Francis Primary School in Bbaala

Die Bbaala Primary School verfügte anfänglich über nur wenige Klassenräume in sehr schlechtem Zustand. Mit den Mitteln unseres Projektes, unterstützt durch sehr großzügige Spenden, ist die Schule seit 2010 enorm gewachsen. Wir konnten zwei neue Gebäude mit insgesamt neun Klassenräumen, eine Mensa, einen Schlafsaal für Jungen und fünf Lehrerwohnungen bauen.
Mittlerweile hat die Schule auch inhaltlich einen guten Ruf und jedes Jahr schaffen Schülerinnen und Schüler die Abschlussprüfungen für eine weiterführende Schule, was vorher nicht der Fall war. Zum Ende des Schuljahres 2017 haben 50 Schülerinnen und Schüler die Abschlussprüfungen bestanden, 7 von ihnen mit Bestnote (6 davon aus dem Kinderhaus), 39 mit Note 2 (13 davon aus dem Kinderhaus).

das OCAOF Education Centre

Nach den ermutigenden Entwicklungen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Ernährung und Grundschulbildung wurden die fehlenden Einrichtungen beim Übergang von der Grundschule zu weiterbildenden Schulen und zu einer Berufsausbildung in der Region deutlich.
So entstand die Idee, ein Aus- und Weiterbildungszentrum zu bauen, das zwei unterschiedliche Bildungsgänge miteinander verzahnt: die berufliche Ausbildung im "OCAOF Vocational Institute" und die schulische Weiterbildung in der "OCAOF Secondary School", die u.a. auch berufsorientierte praktische Ausbildungsinhalte anbietet.

2012 konnten wir ein geeignetes Baugrundstück für ein Aus- und Weiterbildungszentrum im Nachbardorf Kitamba erwerben, im Januar 2014 wurde mit der Erschließung begonnen. Zur Sicherung der Wasserversorgung wurde eine Druckleitung von einer ergiebigen Quelle zwischen den Dörfern Kawule und Kitamba zum Baugrundstück gebaut. Es gründete sich ein Lenkungsausschuss, der eng verzahnt mit der Schulleitung zusammen arbeitet.

das OCAOF Vocational Institute

Wir begannen mit dem Aufbau des Berufsbildungszentrums, der auch durch die Unterstützung des BMZ zügig voran ging. Im Februar 2015 wurde der Schulbetrieb mit 25 Auszubildenden aufgenommen, jetzt, im Februar 2018, haben 80 neue Auszubildende begonnen und weitere werden noch erwartet. Und: alle Ausbildungsgänge können inzwischen angeboten werden:

 
  • Schlosser, Automechaniker, Installateure
  • Schreiner, Zimmerleute
  • Hoch- u. Tiefbau (Maurer, Fliesenleger, Putzer, Straßen-, Kanal- u. Brückenbau)
  • Elektriker, "Solateure"
  • Hauswirtschaft (Kochen, Backen, Textilbearbeitung / Nähen, Stricken, etc.)
  • Garten-, Land- und Viehwirtschaft (in Kooperation mit der projekteigenen Charles Lwanga Kamukongo Farm).
  • Erziehung, Büroarbeit, Informatik

Außerdem sind ein Verwaltungsgebäude mit Computerlabor, eine Schulküche mit Mensa und Wohneinrichtungen für Lehrer/innen, Schüler/innen und Auszubildende entstanden.

Die OCAOF Secondary School

Durch die Zusage der Firma KNIPEX in Wuppertal, den Bau einer allgemeinbildenden weiterführenden Schule zu finanzieren, entstand seit Januar 2016 unmittelbar neben dem Berufsbildungsinstitut eine Secondary School. So können verschiedene Einrichtungen gemeinsam genutzt werden, z.B. die Mensa mit Schulküche, die Wasserversorgung, Sanitäreinrichtungen, die geplante Biotop-Kleinkläranlage, Einrichtungen zur Energieversorgung und "Dormitories", Internatsgebäude für Auszubildende und Schüler/innen aus größerer Entfernung, die nicht jeden Tag von zuhause aus ihre Schule oder Lehrwerkstatt besuchen können.

Die zweizügige Schule für die Klassen 8-11konnte die Arbeit im Februar 2017 mit 84 Schüler/innen aufnehmen. Die starke Nachfrage führte dazu, dass nun, ein Jahr später, die Zahl auf 266 gestiegen ist, wovon 161 erfreulicherweise Mädchen sind.
Außerdem stellte die Firma KNIPEX auch noch die Mittel für ein Lehrerwohnhaus und ein Schlafgebäude für die Jugendlichen zur Verfügung.

 



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