Bericht März 2020

Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,
es ist eine ungewohnte Situation, in der Wohnung zu sitzen, aus Rücksicht und Sorge unbewusst ein Virus zu verbreiten oder sich selbst anzustecken. Aber ich möchte nicht lange hier bei unserer augenblicklichen Lage verbleiben. Mich interessiert die Frage, wie es um unsere Freunde in Uganda steht. Die Nachrichten bis Mitte März waren beruhigend. Im Gesundheitsministerium in Kampala war kein Corona-Fall in Uganda bekannt. Das Land verfügt über Erfahrung mit gefährlichen Infektionskrankheiten wie Gelbfieber oder Ebola und konnte in der jüngeren Vergangenheit sehr kompetent mit Übertragungsrisiken aus Nachbarländern umgehen. Aber der Binnenstaat hat lange „grüne“ Grenzen zu Tansania, Ruanda, zur Demokratischen Republik Kongo, zum Südsudan und zu Kenia. Kommt es zu einer massiven Ausbreitung, haben insbesondere auf dem Land nur wenige Menschen Zugang zu Nachrichten und Aufklärung, wohnen die Menschen in städtischen Slums sehr eng zusammen, sind Klassenzimmer überfüllt, gibt es kein leistungsstarkes Gesundheitssystem und wahrscheinlich nur in wenigen Krankenhäusern Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit. Es gibt keine Krankenversicherungen. Medizinische Leistungen müssen vor Behandlungsbeginn bar bezahlt werden. Das bedeutet: kaum eine Chance für den überwiegenden sehr armen Teil der Bevölkerung auf medizinische Behandlung. Auf gut 11.000 Einwohner kommt ein Arzt. Zum Vergleich: In Deutschland versorgt ein Arzt im Durchschnitt 237 Einwohner. Zum Schutz der Bevölkerung hat Uganda schon vor mehreren Tagen Grenzen und Flugplätze „dicht“ gemacht, Schulen geschlossen und schickt Einreisende aus Risikogebieten 14 Tage in Quarantäne. Ich hoffe, dass nach der noch immer drohenden Gefahr durch riesige Heuschreckenschwärme in Ostafrika auch diese Gefahr möglichst glimpflich bestanden wird. . Ich möchte daher Ihre Aufmerksamkeit auf positive Dinge richten und ihnen von den jüngsten Entwicklungen im OCAOF Projekt berichten.

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