Uganda: arme, schöne Perle Afrikas

Samstag, 15.01.2011

Schade, dass Gerd die Reise kurz vor dem Start absagen musste. Wir werden zu dritt nach Uganda fliegen: Sabine, Monika und ich. Für Monika und Sabine ist dies die erste Reise nach Afrika. Wie üblich packe ich den Koffer erst kurz vor der Abfahrt. Nur, dieses Mal scheint es mühsamer. Schließlich fehlt sogar die Zeit für ein „normales“ Frühstück. Das Taxi steht pünktlich vor der Tür. Wir packen vier große Koffer hinter die Sitze des Kleinbusses. Neben meinen beiden Koffern sind je ein Koffer von Monika und Sabine mit Mitbringseln gefüllt: Spielzeug für die Kinder, Süßigkeiten, Muster Solarlampen, Geschenke für unsere Freunde und Gastgeber und Kleidung, die im Gepäck von Emmanuel und Goretti vor einem Jahr keinen Platz mehr gefunden hatte. Je zwei Koffer mit jeweils max. 23 kg pro Person – ein freundliches Angebot der Egyptair.

Wir fahren über Kohlfurth und holen Monika ab. Sabine hat sich bereits vom Flughafen in Düsseldorf gemeldet. Sie war am Vormittag aus München angereist.

Das Einchecken klappt ohne Probleme. Ein letzter Kaffee in der großen Abflughalle und mit 45 Minuten Verspätung hebt der Flieger in Richtung Kairo ab. Landung 20:15 Uhr in Kairo. Wir drehen den Zeiger der Uhr um eine Stunde nach vorne. Es ist deutlich wärmer als wenige Stunden zuvor in Düsseldorf. Eine wohlige Vorahnung auf die Zeit nahe dem Äquator nach knapp zwei Monaten Schnee und Eis. Der zweite Teil der Reise von Kairo nach Entebbe ist unruhiger. Sabine und Monika, beide keine begeisterte Luftfahrer, müssen`s ertragen. Mit insgesamt fast einer Stunde Verspätung landen wir in Entebbe. Emmanuel tut mir leid. Die Zeit, 3:30 Uhr – mitten in der Nacht – war schon wenig freundlich. Nun muss er auch noch die Verspätung ausharren. Unter Schwärmen von Mücken füllen wir unsere blauen Einreise-Karten aus, stellen uns zur Passkontroll in der – hoffentlich – richtigen Reihe an und freuen uns über das vollzählich mitgereiste Gepäck. Ich erkenne Emmanuel hinter der Glasscheibe vor dem Flughafen. Aber zuerst muss das komlette Gepäck einschließlich Armbanduhr, Gürtel und Geldbörse noch einmal durch die Röhre. Kurz nach fünf sind wir endlich zur Begrüßung draußen.

Emmanuel hat in einem nahen Konvent in Entebbe Zimmer bestellt. Die letzten 500 m rütteln unmissverständlich in Erinnerung, dass nicht alle Wege asphaltiert sind und der Regen tiefe Rillen aus die roten Erde spült. Der Nachtwächter des Klosters, zum Schutz gegen ungebetene Gäste wie üblich mit einem Gewehr bewaffnet, öffnet das hohe eiserne Tor. Wir gönnen uns ein paar Stunden Schlaf. Frühstück um 12 …


Sonntag, 16.01.2011

Wir haben Zeit. Prossy hat ihr Studium an der Makarere-Universität mit Erfolg abgeschlossen und erhält Morgen in einer Feierstunde ihr Diplom. Aus Platz- und Sicherheitsgründen – der Staatspräsident ist als Ehrengast dabei – sind bei der Übergabe nur die Eltern als Gäste zugelassen. Prossy wird ihren Abschluss anschließend mit ihrer großen Familie, Freunden und Nachbarn hinter dem Haus der Großeltern feiern. Und da dürfen auch wir mitfeiern.

Wir machen einen ersten Spaziergang zum Lake Victoria. Vorbei an ärmlichen Hütten eines nahen Fischerdorfes und Villen hinter hohen stacheldrahtbewehrten Mauern. Die Gräben zwischen arm und reich sind unvermittelt und tief. Anschließend fahren wir zu zwei Freizeitanlagen am See. Ich habe wieder einmal vergessen, mich gegen die intensive Sonnenstrahlung zu schützen und beginne zu erröten. Vor zwei Jahren hatte ich diese Erfahrung schon einmal beim Besuch eines Straßenmarktes in Masaka gemacht. Aber das ist ja schon lange her ...


Montag, 17.01.2011

Die Nacht war anstrengend. In der Nähe des Konvents wurde gefeiert. Ziemlich laut waren die Musik und die offenbar begeisterte Moderation. Irgendwann, zwischen drei und vier blieb endlich nur noch das Gebell der Hunde in der Nachbarschaft, die entweder Affen verbellten oder sich angeregt von Hof zu Hof unterhielten.

Am Vormittag die erste Fahrt nach Kampala. Die Straße von Entebbe zur Hauptstadt ist gut ausgebaut. Gewöhnungsbedürftig sind nur die Straßenschwellen, die wie Waschbretter vor und in den Ansiedlungen auf die Fahrbahn geklebt sind und Bandscheiben wie auch Stoßdämpfer prüfen oder zu Schritttempo zwingen.

Kampala. Zur „Rush-Hour“ laut, permanent „verstopft“, chaotisch, heiß, - erfahrbar, aber kaum mit Worten zu beschreiben. Autos, Busse, Boda-Bodas mit ein oder zwei Fahrgästen, Fahrräder, todesmutige und dennoch gelassene Fußgänger. Am Straßenrand fliegende Händler, Geschäfte, Werkstätten, Märkte und Menschen, und alles in einer Intensität und Dichte, die den Atem stocken lässt. Apropos Atmen: Die Luft ist abgas- und lärmgeschwängert.

Emmanuel zeigt uns das Gebäude der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, 15 Philip Road. Hier oben auf einem der vielen Hügel der Stadt sind die Straßen frei.

„Der Geschichte nach wurde die heutige Hauptstadt Ugandas wie Rom auf sieben Hügeln errichtet. Die moderne Stadt Kampala erstreckt sich heute allerdings über 23 Hügel und 200 qkm;. Als Gründer der Stadt wird oft der Engländer Captain Lugard genannt, der 1890 auf dem Kampala Hill sein Lager aufschlug. Allerdings war der Bereich der heutigen Hauptstadt schon Jahrzehnte vor Lugard der Sitz der Könige Bugandas.“ (aus: Iwanowski`s UGANDA RUANDA Reise Handbuch; S. 359)

Wir fahren in das große Einkaufszentrum Golden Garden zum Geldwechseln und einem Imbis im Restaurant mit Blick auf den Golfplatz. Unser aktueller Wechselkurs: 1,-- Euro = 3.105 UgS.

Wir sind fast rechtzeitig zum angekündigten Beginn der Graduiertenfeier bei Emmanuels Elternhaus in Kisubi zurück. Die Feier beginnt gegen 16:00 Uhr. Auf der Wiese hinter dem Haus sind sechs große Pavillons in U-Form aufgebaut und mit Luftballons und orangefarbenden Schleifen festlich geschmückt. Vor Kopf in der Mitte ein großer Tisch. Er dient bei dem Dankgottesdienst zu Beginn der Feier als Altar. Lings und rechts stehen in Reihen ca. 150 Stühle im Schatten unter den Zelten. Nach dem Gottesdienst mit vielen Liedern eines Chores folgen Reden: vom Bürgermeister und Kandidaten der anstehenden Wahlen, es spricht der Pfrrer, der Moderator, Prossys Großvater Charles, Matthias, ihr Vater, der Moderator, Emmanuel, der Moderator, schließlich auch ich – vergleichsweise kurz und knapp – übersetzt von Emmanuel und wieder der Moderator. Gegen 19:00 Uhr gibt es Essen, und wir stehen vor der vielfach beäugten Herausforderung, Matoke, Reis, gegebenenfalls auch Fleisch und andere Speisen, verfeinert mit Erdnusssoße, mit den Fingern zu essen, weil das Besteck nicht für alle reicht und wir ein bisschen zu spät dran sind. Danach weitere Reden, auch von Prossy selbst mit Dank an ihre Familie, den Vater, die verstorbene Mutter, die Stiefmutter, die Großeltern, die Tanten, die Onkel, Geschwister und hilfreiche Freunde und, und, und natürlich an uns. Sie hätte ohne Förderung aus Deutschland nicht studieren können.

Dann ist „Bescherung“. Alle Gäste - rund 200 - stehen in langer Schlange und übergeben mit persönlichen Glückwünschen, Gratulation und Umarmungen ihr mitgebrachtes Geschenk. Eine beeindruckende Reihe, die Frauen in malerisch bunten Kleidern, die Männer im besten Zwirn, mit Geschenken in glitzernden, glänzenden Verpackungen. Und wir waren Ehrengäste, herzlichst empfangen, oft genannt und angesprochen. Danach wird die große Torte, kunstvoll als aufgeschlagenes Buch mit Widmung gestaltet, angeschnitten und verteilt. Es gibt inzwischen warmes Bier vom Fass und Bananenwein, den wir aus gutem Grund nicht probieren.

Gegen 21:30 Uhr, es wird getanzt und die Party ist sicher noch lange nicht zu Ende, fahren wir in unsere Unterkunft nach Entebbe, trinken einen magenfreundlichen „Absacker“ und freuen uns auf die Ankunft morgen Mittag in Kamukongo. Der Mond ist rund und voll. Eine sternklare Nacht. Das leichte Kratzen im Hals kommt wohl von häufig feucht verschwitzter Haut und zugiger Fahrt bei offenem Fenster im Auto.


Dienstag, 18.01.2011

Wir starten zügig nach dem Frühstück zur Fahrt über Kampala nach Kamukongo im District Masaka. Die Fahrtstrecke ist mir nach Besuchen 2006 und 2009 vertraut. Mit im Auto sind Prossy und Emmanuel, Kinder aus „unserem“ Haus in Kamukongo. Sie hatten Emmanuel nach Kisubu begleitet und bei der Vorbereitung der Feier am Vortag geholfen. Wir nehmen auch die Trommeln wieder mit, die ebenfalls beim großen Fest gespielt wurden. Die mir markantesten Punkte der Fahrt sind die Einkaufs- und Werkstattstraße am Stadtrand von Kampala, Mpigi mit den Werkstätten für Trommeln und dreibeinige, bunt bemalte Hocker, die „Versorgungsstation“, ein Drive-In mit mehreren Dutzend Verkäufern in Lukaya und der beeindruckende Obst- und Gemüsemarkt an der Straße in der Nähe von Mukata. Nicht zu vergessen die Überquerung des Äquators mit dem Monument, den beiden weiß gestrichenen Ringen. In Butende fahren wir von der Hauptstraße ab und erreichen Kamukongo von Nordost, vorbei an den Fischteichen.

Mit großem Hallo und vielen Umarmungen werden wir und natürlich Tata Emmanuel empfangen. Viele der Kids fragen nach Felix, der hier von August bis Oktober ein Praktikum gemacht hat.

Ich fühle mich nach dem gestrigen Kratzen inzwischen fiebrig und gehe nach dem gemeinsamen Abendessen bald ins Bett. Ich hatte gehofft, die Antibiotika nicht zu brauchen.


Mittwoch, 19.01.2011

Die Medikamente haben gut gewirkt. Das Fieber vom Vorabend ist fast weg und ich fahre mit nach Nyendo. Es wird insbesondere für Sabine und Monika ein ziemlich heftiger Tag. Wir halten kurz an, um diverse Akkus im Afrika Point aufzuladen und fahren danach sofort zu Bischof Kaagwa, der eine Besprechung unterbricht und uns vor seinem Haus empfängt. Er kennt Emmanuel und „unser“ erfolgreiches Projekt sehr gut und dankt uns für das Engagement für die Menschen hier, insbesondere für die Kinder in Nyendo und Kamukongo. Wir besuchen danach die „Werkstatt“, die
Kamukongo.

Wir besuchen danach die „Werkstatt“, die St. Joseph`s Printery und das Kitovu-Hospital. Ich erinnere mich an meinen ersten bedrückenden Besuch des Krankenhauses vor viereinhalb Jahren und beobachte Sabine und Monika. Auch sie nehmen sich dringend vor, nicht krank zu werden.
vor, nicht krank zu werden.

Nach einem Stopp in dem Restaurant bei der Shell-Tankstelle am Ortseingang von Nyendo kehren wir zum Afrika Point zurück und gehen von dort zu Fuß in das „Wohngebiet“ gegenüber dem Afrika-Point. Es erweist sich als zweite bedrückende Erfahrung an diesem Tag. Emmanuel war inzwischen auch auf der Bank und hatte telefonisch erfahren, dass er Morgen, am Donnerstag, den größten Teil der Medikamente und Einrichtungsgegenstände für das Haide-Helmut-Health-Centre in Kampala abholen könne. Er ist erleichtert und sehr froh über diese Nachricht. Beide, Goretti und Emmanuel , hatten sich sehr gewünscht, das neue Health-Centre eingerichtet und betriebsbereit am Samstag einzuweihen. Aber unsere Tour geht an diesem Tag weiter: wir besuchen Anne Namuddu und Theresa und fahren zum Baugrundstück für die geplante Secondary School gut acht Kilometer südöstlich von Masaka an der Straße nach Kyotera. Wir werden bereits von Raphael und seiner Frau Josephine erwartet. Sie zeigen uns das ca. vier ha (acres) große Areal. Es liegt auf der Kuppe eines Hügels mit schöner Aussicht nach allen Seiten. Eine Stromleitung führt an der Grundstücksgrenze entlang. Die Wasserversorgung muss noch geklärt werden. Neben dem Wasser von den Dächern der Gebäude wird wahrscheinlich die Verlängerung einer Wasserleitung nötig sein, die einige hundert Meter vor dem Grundstück endet.

Bei Dunkelheit erreichen wir Kamukongo. Im Hof ist Holz für ein Lagerfeuer aufgeschichtet. Nach dem Abendessen erwartet uns ein kleines, feines Willkommensfest mit Tänzen, Trommeln, Liedern, einer „Moden“schau mit traditionellen Gewändern aus verschiedenen ugandische Königreichen, Spaß, spürbarer Freude und Herzlichkeit. Für die mitgebrachten Geschenke ist es inzwischen zu spät und zu dunkel. Aber ein paar Tüten Gummibärchen schmecken dennoch.


Donnerstag, 20.01.2011

Emmanuel ist schon vor sieben nach Kampala gefahren um die Medikamente und Einrichtungs-gegenstände abzuholen. Er wird später berichten, dass der Chef der Großhandelsfirma nicht zum abgesprochenen Termin da war, dass er warten musste. Aber er lacht doch verschmitzt: Ein Mitarbeieter der Firma hatte sich gewundert, warum er, Emmanuel, die Waren schon drei Tage nach der Bestellung bekomme. Üblicherweise müssten Kunden Wochen warten. Justin hatte wohl die Hände im Spiel und auf den dringenden Fall hingewiesen und um zügige Bearbeitung gebeten …

Wir nutzen die freie Zeit und pflanzen Bäume. Ich hatte Emmenuel auf „Plant for Planet“, die großartige Bewegung von Kindern aus Österreich und inzwischen vielen Ländern der Erde hingewiesen. Plant for Planet will in jedem Land der Erde 1.000.000 Bäume pflanzen. In Uganda wurde über Jahrzehnte Wald, Urwälder, gerodet, Bäume gefällt, ohne neue Bäume anzupflanzen. 2006 waren wir auf Sseese Island und haben mit angesehen, wie in großem Umfang gewachsener tropischer Urwald systematisch abgeholz wurde um Platz zu schaffen für Ölpalmplantagen. Und es gibt eine Menge anderer guter Gründe, Bäume zu pflanzen. Sie halten in Hanglagen die Erde, verhindern Erosion. Sie halten Feuchtigkeit, beeinflussen positiv das Mikroklima und sind maßgeblich beteiligt, Lebensräume und Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu erhalten. Aber ein Bewusstsein in diesem Bereich zu bilden ist eine ziemlich große Baustelle.

Wir haben mit viel Spass und Freude 25 Bäume auf dem eigenen Grundstück in Kamukongo gepflanzt. Und jedes beteiligte Kind durfte einen Baum pflanzen. Danach sind wir mit unseren „Setzlingen“ zum Schulgelände gegangen. Dort wartete die Schulleiterin Grace mit einer großen Zahl von Kindern. Es ist Ferienzeit. Aber natürlich sind sie im Dorf. Eine Urlaubsreise ans Meer oder in die Berge ist für die Menschen hier kein wirkliches Thema. Sie wüssten mit einer solchen Frage nichts, gar nichts anzufangen. Viele der Bewohner sind nur selten oder nie weiter als in der Nachbargemeinde oder zum Markt in der nächsten Stadt gewesen. Gemeinsam mit Grace und den Kindern haben wir die übrigen 15 Bäume auf dem Schulgrundstück gepflanzt. Sylvia hat spontan einen Text zum Mango-Tree gereimt, Monika eine Melodie hinzugetan und keine Minute später sangen Kinder das neue Lied. Welturaufführung in Bbaala. „Mein“ Baum steht links hinter dem alten Gebäude am Weg zur neuen Toilettenanlage. Ich erinnere mich an meinen ersten Baum im Rebberg meiner Heimatgemeinde Nussbach. Ich durfte als Kind meinem Onkel Theodor helfen und den Baum gerade halten, bevor die Erde fest getreten wurde.

Am Nachmittag wandere ich durch den Garten, vorbei an den Kuhställen, dem Schweinestall, dem Hühnerstall. Ich betrachte den Solar-Trockner, die kleine „Müllverbrennungstonne“ und den Holzschuppen, den Felix gebaut hat. Die Felder und Gärten sind gut bestellt. Es wachsen inzwischen weit mehr Nutzpflanzen als beim letzten Besuch. Das ist auch bei den Mahlzeiten bei Tisch spürbar. Bei den Teichen, sie sind z.Zt. nicht in optimalem Zustand, flattert eine Schar Kronenkraniche heran und landet beim letzten Teich. Ich sehe den Wappenvogel Ugandas zum ersten Mal und mache euphorische einige Fotos. Schade, dass ich nur das kleine 18–55mm-Objektiv dabei habe. Ich wäre gerne näher dran. Ich werde es an den nächsten Tagen wieder versuchen. Auf einem Baumstumpf sitzt eine bunt schillernde kleine Echse.

Pauline und ein anderes Mädchen laden mich ein, erneut nach Bbaala zu gehen und dort einen Freund von Felix kennen zu lernen. Sie begleiten mich zu Lawrence. Er führt mit seiner Frau und einer Tochter ein kleines Geschäft in Bbaala. Es sind vielleicht zehn verschiedene Artikel, die in den spärlich gefüllten Regalen des kleinen Ladens stehen. Felix hat oft hier gesessen und sich mit Lawrence und anderen Bewohnern der Dörfer unterhalten.

Im Hof sitzen einige Mädchen und flechten Körbe, Bänder und kleine Matten. Sie sind sehr geschickt, fröhlich und entspannt. Andere Kinder spielen Tangram, mit Schnüren, Ball oder Ästen.

Beim Abendessen, Emmanuel ist noch immer unterwegs, gibt es Kartoffeln, Maispfannkuchen, Bohnensoße, Matooke, warmes Krautgemüse, Möhren und Gurkensalat. Dazu immer heißes Wasser, Teebeutel oder –pulver, mit frischer Minze oder Rosmarin. Beliebt ist auch Knoblauch im Tee – löffelweise. Emmanuel kommt gegen halb elf. Das Auto ist bereits entladen. Drei große Jungs übernachten als Security im Health Center, damit die endlich eingetroffene Ware auch morgen noch da ist.


Freitag, 21.01.2011

Emmanuel ist schon wieder unterwegs. Er und Goretti tragen die Verantwortung für die große Feier, die morgen steigen soll. Die beiden neuen Häuser, das Haide-Helmut-Health-Centre (HHHC) und das neue Schulgebäude sollen eingeweiht werden. Wir werden erst Morgen die umfangreichen Vorbereitungen sehen, den Festplatz, die geschmückten Häuser, Tänze, Musik, funktionierende Veranstaltungstechnik, Essen für hunderte und vieles mehr. Justin wird sagen, „das ist ein richtig `fettes` Fest“. Er kennt solche Feiern aus über fünfjähriger Tätigkeit in Afrika. Aber dass dann auch alles klappt, so gut vorbereitet ist,so viele Menschen beteiligt sind, Zeitpläne eingehalten werden – fast – das ist schon außergewöhnlich. Eigentlich klappt es nirgendwo wie hier. Die neuen Einrichtungen sind absolut solide gebaut, die Materialen sind gut, die Pläne sind professionell, die handwerklichen Arbeiten vorbildlich. Respekt.

Um 10 Uhr sind wir mit Grace, der Schulleiterin verabredet. Monika, ehemalige Schulleiterin und Lehrerin aus Leidenschaft, will gerne den Unterrichtsalltag kenne lernen. Grace hat kurzerhand zwei Schulklassen, eine Lehrerin und einen Lehrer ihres Kollegiums „organisiert“. Sie werden zwei Unterrichtsstunden in der Primary School präsentieren. Wir sitzen später in ihrem engen Büro und erhalten Antworten auf unsere Fragen zum Schulalltag, der Schulorganisation, den Nöten, Grenzen und Schwierigkeiten einer solchen Schule auf dem Land.

Ich notiere:

Ein Lehrer verdient hier 200.000 UgS / Monat. Das sind ca. 64 Euro. Sie wohnen meist zur Miete in einer Hütte in einem der Dörfer, gehen ein, zwei oder auch drei Kilometer zu Fuß zur Schule, morgens zum Beginn vor acht und nachmittags nach vier nach Hause. Das Geld ist knapp, und bleibt oft Wochen aus, weil die Gehälter nicht rechtzeitig ausbezahlt werden.

Um Lehrer zu werden muss man die 7-jährige Grundschule erfolgreich besucht haben, vier Jahre Secondary-School abgeschlossen und ein zweijähriges Lehrerkolleg besucht haben.

Die Schule erhält ca. 230 Euro pro Term – ein Jahr besteht aus drei Terms – für Sachkosten: Kreide, Hefte, Materialien aller Art und Reparaturen.

An der Schule werden z.Zt. 551 Schülerinnen und Schüler zuzüglich der Kinder in der Nursery, der Vorschule, unterrichtet. Für das Anfang Februar beginnende neue Schuljahr wurden bisher 71 Kinder für die erste Vorschulklasse angemeldet.

Aktuell sind 14 Lehrer/innen und zwei „Nursery-Teacher“ an der Schule beschäftigt. Offiziell werden von der staatl. Schulbehörde je 52 Schüler/innen ein Lehrer anerkannt und bezahlt.

Für den Unterricht der Schule und die Nursery stehen insgesamt 13 Klassenräume zur Verfügung: sechs davon sind alte, jedoch renovierte Räume, fünf Klassenräume wurden 2010 durch „Our children and our future“ neu gebaut und zwei Räume des alten baufälligen Gebäudes werden noch genutzt. Die Schulleiterin hat ein kleines Büro, eine Sekretärin gibt es nicht. Es gibt keinen PC und kein Telefon / Handy für die Schule. Die Lehrer bleiben in den Pausen in ihren Klassenräumen, ein Lehrerzimmer ist nicht vorhanden. Die Lehrer/innen nutzen jedoch einen Raum des o.g. alten, baufälligen Gebäudes.

Aus Mitteln des Kindermissionswerks „Sternsinger“ – eine dafür bestimmte Sammlung der Kinder aus der Kirchengemeinde St. Michael in Grunbach-Remshalden nahe Stuttgart – wurde 2010 eine neue Toilettenanlage und eine große Wasserzisterne für die Schule gebaut.
Die Klassenzimmer werden von den Schüler/innen selbst sauber gemacht. Es gibt – aus dem Schulgeld, dem Beitrag der Eltern, finanziert – einen Nachtwächter und eine Köchin, die eine einfache Mahlzeit für die Lehrer/innen kocht. Die Kinder bringen ihr Essen und Trinken von zuhause mit – aber fast zwei Drittel kommen i.d.R. ohne Essen und Getränke in die Schule. Für gelegentlichen Maisbrei bezahlen die Eltern 5.000 UgS / Term, das sind etwa 1,70 Euro. Das reicht nicht sehr weit.

Wir haben Grace gefragt, wo „der Schuh am meisten drückt“ und womit die Arbeitsbedingungen und damit auch die Qualität der Schule am ehesten verbessert werden kann.

Sie hat dies in ihrer Rede im Rahmen der Einweihung des neuen Schulgebäudes zusammengefasst:

We would need a better kitchen and store for utensils of the children.

We need teacher`s quarters for better work.

We need extra private teachers to increase the academic standard, but unfortunately do not have funds to employ them.

Some of our pupils after completing Primary 7 do not go for further studies in senior secondary schools due to lack of funds, so it would be good if these pupils learn hand work (like tailoring, carpentery etc.) but we don`t have the necessary equipments.

Der Förderverein “Our children and our future” hat sich für 2011 zum Ziel gesetzt, die erstgenannte Einrichtung, eine Küche mit Lager und einem Speiseraum an der Schule zu bauen. Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf rd. 8.000 Euro. In der Küche kann das Wasser aus der neuen Zisterne genutzt werden. Um es abzukochen und den Kindern täglich sauberes Trinkwasser anzubieten, soll neben der Küche ein Solarkocher gebaut werden. Die Pläne dafür sind vorhanden. Der Solarkocher, bei dem die Sonnenstrahlung über Spiegel direkt auf ein Stahlrohr gelenkt werden, in dem das Wasser erhitzt wird, kann in einer Lehrwerkstatt in Butende gebaut werden. Vielleicht finden sich bald auch Lösungen für die anderen Punkte. Sabine hat sich sofort bereiterklärt, Spenden für die Beschaffung von Wasserbehältern mit Hahn für jeden Klasseraum und Trinkbecher für jedes Kind zu sammeln. „Plenus venter non studet libenter“, ein voller Bauch studiert nicht gern – ein hungriger ganz sicher noch weniger. Und ohne die nötige Flüssigkeitszufuhr ist Lernen kaum möglich.

Ein ugandisches Sprichwort lautet: „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste ist jetzt!“ Dies gilt nicht nur für Bäume. Es gilt auch für andere Dinge, die in der Vergangenheit liegen geblieben sind, versäumt wurden oder einfach nicht möglich waren. Viele Erwachsene hatten keine Chance eine Schule zu besuchen. Es gibt einen großen Bedarf für Alphabetisierungskurse. Viele Menschen aus den Dörfern warten darauf. Der Vorschlag bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes, die schönen Räume und das Licht aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach für Alphabetisierungskurse und Angebote im Bereich der Erwachsenenbildung an Abenden, Wochenenden und in den Ferien zu nutzen, wurde mit großem Beifall aufgenommen. Noch während der Feier am folgenden Samstag haben sich mehrere Erwachsene in eine eilig vorbereitete Interessentenliste eintragen lassen. Und ein günstiger Nebeneffekt: Durch diese Kurse können auch die Lehrer/innen ihr spärliches Einkommen etwas verbessern.

Ich freue mich am Abend über die zwei Kronenkraniche bei den Fischteichen. Ich hatte an den letzten Tagen mehrmals nachgesehen. Heute hatte ich den Fotoapparat mit dem „richtigen“ Objektiv (55 – 250mm) dabei und kam endlich ganz nah ran.

Emmanuel kam wieder erst gegen 22:30 Uhr von seiner Vorbereitungstour zurück. Er brachte riesige Kochtöpfe, Reis in Säcken und eine Menge anderer Geräte und Vorräte und einen befreundeten Koch mit. Dieser übernachtet hier und wird morgen Reis für die vielen Gäste bei der großen Einweihungsfeier zubereiten. Goretti, Emmanuel und die „Großen“ im Haus arbeiten noch bis spät in der Nacht.


Samstag, 22.01.2011

Der große Tag der feierlichen Einweihung des Haide-Helmut-Health-Centre (HHHC) und des neuen Schulgebäudes. Emmanuel, Goretti und das Team mit den „Großen“ aus dem Haus starten bereits um halb sechs erneut mit den Vorbereitungen für das Fest. Nach und nach waren schon am Vorabend Tische, Sitzbänke und Stühle aus dem Haus verschwunden. Wir – die Gäste, heute Ehrengäste – frühstücken um acht und verbringen mit den Kindern spielend, lesend oder träumend den Vormittag. Emmanuel kommt gegen zehn mit der beruhigenden Gewissheit, dass die Arbeiten am Festplatz laufen und genügend anpackende Hände da sind. Kurz vor zwölf gehen oder fahren wir nach Bbaala. Die Sonne scheint, es hat heute Morgen nicht geregnet und die Luft ist angenehm.

Die Feier beginnt mit einem Dankgottesdienst in der Kapelle neben dem HHHC. Father Antoni, der zuständige Pfarrer der Gemeinde Villa Maria, begrüßt uns vor der Kapelle. Mit dabei auch Father Joseph, ein alter Priester, der ziemlich krank seinen Lebensabend in einem Konvent in Kampala verbringt. Er kam mit Emmanuel, einem alten Freund. Father Joseph hat eine besondere Beziehung zu diesem Ort. Seine Eltern hatten – wie er in seiner Rede nach der Messe erzählt – dieses Grundstück der Gemeinde geschenkt. Sie hatten dabei die Vision, dass von hier aus „Gutes“ für die Gemeinde ausgehen sollte. Vielleicht eine Kapelle, eine Schule, ein Krankenhaus, … Alle diese Visionen haben sich nun erfüllt. Und dies erfülle ihn mit tiefer Freude. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, heute bei dieser Feier dabei zu sein.

Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Fertigstellung des Health-Centre und der Schule. Die Gemeinde erfuhr dabei vieles über „Our children and our future“ und den Förderverein aus Deutschland, über uns, über Emmanuel und Goretti und die Geschichte der beiden Gebäude. In der erfrischend lebendigen afrikanischen Weise wurde von Chor und Gemeinde von Trommeln begleitet gesungen und getanzt. Father Antoni, Father Joseph, sein Freund Emmanuel und „unser“ Emmanuel sprachen – immer wieder von Lachen und Beifall unterbrochen - und der "kurze" Dankgottesdienst war nach kaum zwei Stunden beendet.

Inzwischen waren auch Justin Sauter und Kyogabi, seine Lebensgefährtin, angekommen. Die gesamte Gemeinde zog nun, angeführt vom singenden Chor aus der Kapelle zum HHHC. Das Gebäude war festlich mit Bändern und großen Schleifen geschmückt. Vor dem Eingang war ein Band gespannt, das ich mit der Schere feierlich durchschneiden durfte. Anschließend wurde die Spendertafel enthüllt und erläutert. Goretti reichte mir schließlich einen großen hölzernen Schlüssel, mit dem die Tür symbolisch geöffnet wurde. Nun ging der Pfarrer voran, alle Räume und Wände gründlich mit Weihwasser segnend, durch das Gebäude. Hinter ihm die Besucher, staunend und voller Dankbarkeit. Hundert und hundert mal „WEBALE!“ (danke). Hände greifen und Augen strahlen.

Zu Recht und mit gutem Grund. Es ist großartig geworden, das neue Haide-Helmut-Health-Centre für die Menschen aus der Gemeinde und dem Umland. Justin bestätigt: Er kenne in ganz Ostafrika keine vergleichbare Gesundheitsstation. Und er kann es wissen. Justin lebt und arbeitet für Malteser International seit mehreren Jahren in Afrika. Er betreut als promovierter Betriebswirt ein EU-Entwicklungs-Projekt. Das Projekt organisert und versorgt von Kampala aus 182 Gesundheitsstationen in zwei Provinzen im benachbarten Kongo. Und der Kontakt zu ihm bestätigt wieder einmal, dass die Welt klein und Afrika nah und „nebenan“ ist: er stammt aus Remscheid, auch meiner Stadt und Sitz des Fördervereins. Seine Eltern wohnen im schönen Stadtteil Lennep, dem Geburtsort von Wilhelm Conrad Röntgen, dem Entdecker der nach ihm benannten Röntenstahlen. Und in Lennep wohnt auch das Ehepaar Dres. Haide und Helmut Cuntze, die maßgeblich dafür gesorgt haben, dass dieses Haus hier möglich wurde. Auf der z.Zt. noch provisorischen Spendentafel am Haus steht:

„Haide-Helmut Health-Centre"
Das Gesundheitszentrum wurde 2010 für die Menschen in dieser Region erbaut und eingerichtet mit freundlicher Unterstützung von:
Eddwaliro lino lyazimbibwa mu mwaka 2010, nga kirabo okuva mu bannaffe
bano wammanga ababeera mu Germani tukusaba obajjukirenga mu saala zo*:
*in der Landessprache Luganda
Pfarrei St. Stephan, München * Barmherzige Schwestern, München * Firma Schmidbauer
Firma Volpina, München * Iris u. Heinz Mertens * Angelika u. Joachim Hassa, Beelen
Gabriele u. Dr. Hans-Egon Arntz * Bärbel Griesel, Remscheid * Dres. Elke u. Hermann Prael
Birgit u. Henning Kotthaus, Remscheid * Dres. Haide und Helmut Cuntze, Remscheid
Förderverein „Our children and our future“, Germany”

Father Antoni und Father Joseph erinnern neben dem Dank auch an die entstandene Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass alles in Ordnung bleibt, gemeinsam darauf zu achten, dass nichts zerstört oder entwendet wird.

Dann zog der ganze „Tross“ über die Fußballwiese auf das Schulgelände zum neuen Schulgebäude. Hier wiederholte sich die Zeremonie. Sabine zerschnitt das Band und eröffnete das neue Schulgebäude. Und nun begann das richtige, „fette“ Fest. Als Ehrengäste saßen wir mit Emmanuel, Goretti und den Honoratioren und Gästen inmitten von mehreren Hundert Menschen unter einem Sonnensegel, großen Planen, die über ein Gestell aus Stangen gezogen waren. Vor uns eine kleine „Naturbühne“, auf der nun die bezaubernden Tänze, Lieder und Spielszenen von Kindern und jungen Leuten aufgeführt wurden. Immer wieder Reden, Übersetzungen und Moderation. Ein beeindruckendes Fest voller Fröhlichkeit, Herzlichkeit und Dankbarkeit. Ich weiß nicht, ob es die Intensität dieser neuen Erfahrung oder die exponierte Rolle als Ehrengast war. Es war Erleben, Nähe und Teilhabe pur.

Drei Frauen aus dem Dorf brachten uns Geschenke. Eine junge Palme, die Justin vor seiner Abreise morgen früh vor dem Haus in die Erde pflanzen wird, ein mittleres, rundes Paket mit einer großen Schale voller duftender Früchte, Mangos, Avocados, Ananas, und ein ziemlich großes, ebenfalls in Bananenblätter verpacktes Bündel, das Monika entgegennimmt und unter der Last fast zusammenbricht. Es ist die ganze Frucht einer Bananenstaude.

Grace und die Mitglieder des Lehrerkollegiums schenken uns je eine handgefertigte Tasche aus dem rostbraunen Stoff, der durch das Schlagen mit einen Holzschlegel aus der Rinde eines bestimmten Baumes zu einem robusten Gewebe geweitet wird.

Wir, Monika, Sabine und ich, hatten bereits zu Beginn des Festes eine breite Schärpe aus eben diesem Stoff mit dem Text:“ Dear Franz (Monika, Sabine) you are welcome to St. Francis Primary School Bbaala“ über die Schulter gehängt bekommen. Das letzte Geschenk von zwei strahlenden Mädchen nimmt Sabine entgegen und hat einige Mühe, angemessen damit umzugehen: ein lebendes junges Huhn, das sie den Rest des Abend auf ihrem Schoß hütet. Gegen elf der Zeit hier auf dem Land, auf meiner Uhr ist es ist 17 Uhr, gibt es Essen für alle. Aus großen Töpfen werden Matoke, Reis und Erdnusssoße verteilt. Die Feier endet spät in der Nacht mit Tanz und Musik. Wir bekommen dies nicht mehr mit. Nach drei Uhr am Abend fahren wir mit unseren Gästen Justin und Kyogabi und den Geschenken nach Kamukongo. Die Verwirrung mit der Zeit hat eine einfache Ursache: In Uganda beginnt der Tag mit Sonnenaufgang, also gegen 6:00 Uhr unserer Zeit und zählt von da an die 12 Stunden des Tages. Um 18:00 Uhr beginnt die erste Stunde der Nacht, die am nächsten Morgen mit Sonnenaufgang endet. Es ist unter Umständen hilfreich, bei Verabredungen vorher zu klären, nach welcher Zeit man sich sehen möchte …

Bei Mais-Pfannkuchen, Popcorn, Tee und zum Abschluss einer Flasche Bier – ein „Nile“ – sitzen wir noch plaudernd zusammen. Nur Goretti fielen gelegentlich schon beim Essen die Augen zu. Nach der Anspannung und Arbeit der letzten Tage und einer extrem kurzen letzten Nacht nicht verwunderlich.



Sonntag, 23.01.2011

Wir frühstücken in großer Runde mit Prossy, Justin, Kyogabi, Emmanuel, Goretti und den Kindern. Justin, Kyogabi und Prossy wollen schon gegen 8:30 / 9:00 Uhr nach Kampala zurück fahren. Es wird dann doch „etwas“ später. Wir diskutieren über Aids und Familienplanung, die Rolle der Kirche, Traditionen, Arbeitsplätze und Kultur in Kampala. Wir wandern gemeinsam noch einmal durch die Gärten und zu den Teichen. Justin darf vor dem Haus die Palme einpflanzen, die uns gestern geschenkt wurde. Das geschenkte Huhn hat prompt ein Loch im Zaun entdeckt und hat sich aus dem Staub gemacht. Gar kein dummes Huhn: das Scharren im Garten ist viel ergiebiger und außerdem jagen da nicht abwechselnd ein halbes Dutzend Hähne hinter ihm her. Als Sabine „ihr“ Huhn im Stall vermisst, ziehen die Kinder zur „Jagd“ in den Garten und kommen bald strahlend mit dem Ausreißer zurück.

Ich genieße die Sonne und den erfrischenden Wind im Hof. Die großen Blätter der Bananenstauden rascheln im Wind. Das ist ein völlig anderes Geräusch als das Rauschen in heimischen Wäldern. Die großen Jungs bringen Bänke und Stühle auf Fahrrädern vom Festplatz zurück ins Haus. Auch Emmanuel und Goretti sind noch einmal zum HHHC und zum Festplatz gefahren.

Am frühen Abend verteilen wir die mitgebrachten Geschenke an die Kinder. Goretti ist offensichtlich vom Spiel mit den großen LEGO-Duplo-Steinen fasziniert und noch um vieles mehr von dem neuen Handy mit der integrierten Kamera und den anderen Funktionen. Wir hatten „Schweizer-Taschenmesser“, Taschenlampen mit Dynamobetrieb, Maßbänder, Bälle und diverse Spiele eingepackt, Süßigkeiten bunte Ketten, Haarschmuck und Spielzeugautos, Tangram, Puzzles und Memory, Buntstifte und einen Drachen.

Danach setzen wir uns zur ersten intensiven Gesprächsrunde über das Projekt und seine weitere mögliche Entwicklung zusammen. Dazu zusammengefasst am Ende des Reiseberichts mehr.



Montag, 24.01.2011

Wir stehen früh auf. Noch vor Sonnenaufgang starten wir zu unserer Fahrt in den Queen Elizabeth National Park. Der erwachende Morgen entschädigt für den frühen Start. Morgennebel verschleiern das hügelige Land und geben nach und nach den Blick auf Büsche und die für Afrika typischen Schirmakazien frei. Die Sonne geht auf und taucht die Landschaft für wenige Augenblicke in ein sanftes Gelb. Die Strecke führt über Nyendo an Masaka vorbei Richtung Westen nach Mbarara, Bushenyi und Ishaka. Von dort führt die Straße nach Norden in Richtung Kasese. Aber diese zwei kurzen Sätze dauern im Toyota-Hiace gute 4 ½ Stunden über sehr unterschiedliche Straßenbeläge. Wir durchqueren unterschiedliche Vegetationszonen. Das satte Grün der Bananenstauden im District Masaka wechselt in Buschland und Savanne im District Mbarara. Die Straßenverhältnisse sind bis nach Mbiriri sehr schlecht, der Asphaltbelag bricht außen ab und fehlt gelegentlich ganz. „Bankett nicht befahrbar“ stünde über Kilometer in Deutschland. Baustellen zeigen an, dass dieser Zustand bald besser sein wird. Hinter Mbiriri ist die Straße einwandfrei. Der Belag ist neu. So neu, dass die Markierungen noch fehlen.

Die Landschaft wird bei Mbarara wieder grüner. Bananenhaine und dichtes Grün zeugen von häufigeren und ergiebigen Niederschlägen. Wir entdecken einen Weinberg, vielleicht den ersten in Uganda. Die Hügel werden steiler und höher. Das Gelände steigt leicht an, bevor es hinter Rubirizi steil in die Ebene des Zentralafrikanischen Grabens (West Rift Valley) abfällt, in dem unser Ausflugsziel, der Queen Elizabeth National Park liegt. Kurz vor Rubirizi verlassen wir die Straße und erreichen über einen tief ausgespülten Weg die Kingfisher Lodge in Kichwamba, unser Quartier für die nächste Nacht.

Kingfisher Lodge ist ein familienfreundliches Hotel unter deutscher Leitung. Es ist 250 m über der Savannnenlandschaft des Queen Elizabeth National Park Q.E.N.P.an einem Hang gebaut und eröffnet einen spektakulären Blick in die weite Ebene des Grabenbruchs, zum Lake Edward, Lake George und dem verbindenden Kazinga Kanal, einer natürlichen Verbindung der beiden Seen. Der Lake Edward ist durch den Semliki-Fluss mit dem Lake Albert verbunden. Bei guter Sicht sind in der Ferne die Vulkanberge des Ruwenzori-Gebirges mit Gipfeln bis 5.110 m ü.M., dem Mt. Margherita (Mt. Stanley) zu sehen. Aber wir verlassen schon kurz nach der Ankunft die Lodge und fahren zum Haupttor Kabatoro des Q.E.N.P., kaufen die Eintrittskarten für 24 Stunden Gültigkeit und erreichen rechtzeitig Mwela und die Bootsanlegestelle. Um 15:00 Uhr startet das Boot auf dem hier ca. 500 m breiten Kazinga-Kanal. Davor wurden wir auf der waschbrettartigen Piste kräftig durchgerüttelt.

Die Bootsfahrt ist ein absoluter Knaller. Bereits vor dem Start sehen wir einen Elefanten am gegenüberliegenden Ufer äsend im Wasser stehen. Das Boot fährt auf den beeindruckenden Bullen bis auf ca. 10 m zu. Daneben stehen Büffel, verschiedenen Antilopen, im Wasser liegen Hippos, am Land und auch auf deren Rücken stehen Vögel, tausende. Wir sehen Schrei-Seeadler, große Kolonien Kormorane, Ibis, Marabus, Reiher, Pelikane, Kiebitze, Stelzenläufer und andere viele mehr. Der Nationalpark beherbergt insgesamt 610 Vogelarten. Ein Wunderland für Ornitologen. Nach knapp zwei Stunden dreht das Boot und fährt zum Anleger zurück. Es wäre voreilig gewesen, den Fotoapparat schon einzupacken, denn am Ufer liegt träge ein ziemlich großes Krokodil. Wir lassen uns nach der Bootsfahrt Zeit und trinken – zugegeben inzwischen recht warmes – Wasser aus den mitgebrachten Flaschen. Es ist heiß. Keine 10 m entfernt liegt ein gut 1,30 m langer Waran auf einem stählernen Bootsanleger. Am Stamm eines nahen Baumes sitzt eine bunt gezeichnete Echse und wippt rhythmisch mit dem Kopf. Wir hatten offensichtlich eine gute Zeit für die Tierbeobachtung gewählt. Die Eindrücke entschädigen für die neuerliche Rüttel-Rückfahrt durch den Park zur Hauptstraße. Wir bleiben zum Abendessen bei Petroleumlicht auf der Terrasse der Lodge und genießen die Ruhe und die Weite unter dem Sternenhimmel.


Dienstag, 25.01.2011

Sabines Wecker versagt. Wir haben uns mit Mathews, einem erfahrenen Guide im Q.E.N.P. verabredet. Es empfiehlt sich, möglichst früh im Park zu sein, weil man zu früher Zeit Tiere besser beobachten kann. Wenn die Sonne erst einmal höher steht, dösen auch die Tiere im hohen Gras. Siesta. Es musste nun etwas schneller gehen mit dem Frühstück und letztlich ist es kaum ein Viertelstündchen, das uns zur ursprünglich geplanten Zeit fehlt.

Statt zum Main-Gate in Richtung Westen fahren wir hinter der Brücke über den Kazinga-Kanal auf einer Piste östlich der Straße in den Park. Ob wir doch schon etwas zu spät dran sind? Wir sehen nur wenige Tiere und die in größerer Entfernung: Einige Büffel, zwei Wald-Elefanten, noch einmal einen Elefanten, einen Buschelefanten. Mathews erklärt uns den Unterschied der beiden Arten. Dann einige Antilopen und Warzenschweine. Zum Glück gibt es auch hier in einer modernen Form „Buschfunk“. Per Handy und durch den Tip eines anderen Guides erfahren wir vom auffälligen Verhalten einer Herde Uganda-Kobs. Wir fahren zur empfohlenen Stelle und beobachten das Gelände. Die Antilopen stehen in der Steppe und blicken aufmerksam auf eine bestimmte Stelle. Es dauert einige Minuten bis Mathews stolz und sicherlich auch erleichtert auf eine Buschgruppe zeigt. Simba! In etwa 250 m Entfernung trottet ein Löwe durch die Steppe. Sabine und ich hatten bereits vor einer halben Stunde den Platz im Auto verlassen und hatten auf einer mitgebrachten Matratze auf dem Dach des Kleinbusses Platz genommen. Die Schläge durch Schlaglöcher und Bodenwellen fühlen sich hier nicht viel heftiger an als auf den robusten Sitzen im Bus. Aber ich will mich nicht beklagen: Nach dem Schuss einer kleinen "Hexe" hatten Monika und Sabine mir den etwas bequemeren Beifahrersitz angeboten.
Simba. Das ist ein nicht alltägliches Glück, bei einer Safari hier einen Löwen zu beobachten. Mathews erzählt uns später von anderen Begegnungen, z.B. einem ganzen Rudel, das einmal ein längeres Stück auf dem Weg vor seinem Auto, genau hier, gegangen ist.

Wir fahren in ein Fischerdorf im Q.E.N.P. Bei der Widmung des Geländes zum Nationalpark blieben einige der Bewohner im Park. Sie leben vom Fischfang und von der Jagd, die ihnen in eng begrenztem Umfang gestattet wird. Die Menschen des Dorfes sind bedrückend arm. Wir sehen am Ufer nahe dem Dorf Hippos im Wasser dösen. Sie äsen erst am Abend am Ufer und verbringen die meiste Zeit im Wasser. In Afrika sterben mehr Menschen durch Flusspferde als durch Krokodile. Die Mütter bleiben über ein Jahr getrennt von den Familien bei ihren männlichen Jungen. Sie schützen so die männlichen Nachkommen vor ausgewachsenen männlichen Tieren, die die schutzlosen potenziellen Rivalen töten würden. Mütter mit weibliche Nachkommen leben schon nach kurzer Zeit wieder in ihrer Gruppe. Mathews berichtet von einmal über 70 Toten durch Angriffe von Hippos in einem einzigen Monat in Afrika. Die Hippos greifen insbesondere zum Schutz ihrer Jungen auch Boote an, kentern die kleinen Holzboote der Fischer und attakieren die Menschen.

Wir verlassen den Park gegen Mittag und verabschieden uns nach einem kleinen Imbis von Mathews. Die Rückfahrt führt wieder durch das Teeanbaugebiet im Bushenyi-District über Mbarara nach Masaka. Ich freue mich auf die Dusche und das Abendessen mit der großen Familie.


Mittwoch, 26.01.2011

Ein ruhiger Tag in Kamukongo. Feiertag in Uganda: Liberation Day. Ausschlafen, spätes Frühstück, spielen, lesen, Notizen für das Tagebuch. Am Mittag die zweite Gesprächsrunde mit Emmanuel, Goretti und Sabine. Anne Namuddu besucht uns in Kamukongo. Sie bringt einige Briefe mit, die wir mit nach Deutschland nehmen und hier zur Post bringen.
Wir sprechen mit Emmanuel und Goretti auch über Besuche und damit verbundene Belastungen für den Alltag. Unsere Gastgeber freuen sich grundsätzlich über Gäste aus Deutschland. Diese Grundeinstellung wird auch durch gelegentliche Negativerfahrungen nicht zerstört. Sie teilen die Einschätzung, dass eine separate Unterbringungsmöglichkeit wünschenswert ist, in der Besucher „in Tuchfühlung“ zum Projekt wohnen können, ohne den Alltag der Kinder und den Betrieb im Projekt zu sehr zu beeinflussen. Als Standort bietet sich das Gelände unterhalb des Hofes unter Einbezug der Schutzmauer in Richtung der Fischteiche an.

Das Gebäude kann aufgrund der leichten Hanglage zweigeschossig geplant werden. Im Untergeschoss können Wohnräume für Mitarbeiter/innen, eine Werkstatt, Haustechnik und gegebenenfalls eine Garage untergebracht werden.

Im Obergeschoss sollen ca.4 Gästezimmer (2 Doppel-/Zweibettzimmer und 2 Einzelzimmer) und ein Gemeinschaftsraum mit kleiner Küche Platz finden. Die Zimmer sollen über einen Gang entlang der bestehenden Schutzmauer erschlossen werden und nach vorne den Blick auf das Tal ermöglichen. Dieser Standort bietet den Vorteil, dass die bestehende Infrastruktur für die Wasserversorgung und eventuell auch Biogas genutzt werden kann. Es ist ausreichend Wasser vorhanden, um auch dieses Haus zu versorgen.

Wir gehen anschließend gemeinsam noch einmal nach Bbaala und überlegen, wie der Betrieb des HHHC auch nachts sicher organisiert werden kann, wenn Annet alleine im Haus ist. Wir gehen zum Schulgelände und finden einen geeigneten Standort für die geplante Schulküche und den Speiseraum.

Bbaala, Kamukongo und die bezaubernde Landschaft sind am schönsten von der Kuppe eines Hügels aus zu sehen. Trotz der sengenden Sonne steigen wir den schmalen Pfad hinauf. Ich hoffe, dass die Fotos die Schönheit dieser Gegend wiedergeben werden. Wenn alles klappt, werden wir im Sommer im Allee-Center Remscheid eine Ausstellung zu Uganda und unserem Projekt zeigen.

Beim Abstieg zeigt uns Emmanuel einen alten Familienfriedhof. Die Menschen beerdigen die Toten üblicherweise auf dem eigenem Grund in der Nähe des Hauses. Die alten Gräber ohne Namen oder Kreuze sind mit ballgroßen Steinen bedeckt. Je größer der Steinhaufen, umso bedeutender und beliebter waren die Verstorbenen. Es gibt auch Gemeinschaftsfriedhöfe in den Dörfern oder bei den Kirchen für die Verstorbenen, die keine Angehörigen und kein eigenes Land haben.

Wir kommen auch an dem Baum vorbei, unter dem der ausgehöhlte Baumstamm liegt, in dem Bananenwein hergestellt wird. Beim Einweihungsfest am vergangenen Samstag in Bbaala wurde dieses Getränk angeboten. Aber aus gutem Grund hatten wir aufs Probieren verzichtet. Die Gefahr, sich damit den „Magen“ zu verderben, ist ziemlich groß.

Wir sind in Kamukongo zurück. Der Abschied rückt näher. Wir werden Morgen Mittag nach Kampala fahren und in der darauf folgenden Nacht wieder nach Deutschland fliegen. Am Abend packen wir schon einmal die Koffer. Unsere Gastgeber haben in den letzten Wochen fleißig geflochten und genäht. Wir werden die schönen Handarbeiten an unserem Informationsstand zeigen und z.T. auch zum Kauf anbieten. Neben den Spenden, den Beiträgen unserer Mitglieder und Patenschaften ist der Verkauf beim Weihnachtsmarkt oder bei anderen geeigneten Gelegenheiten eine weitere Möglichkeit, Einnahmen zu erzielen. Jeder Cent zählt und ist willkommen. Wir durften uns in der Gewissheit bestärken, dass das bereitgestellte Geld hier optimal eingestzt wird.


Donnerstag, 27.01.2011

Abreisetag . Wir packen die letzten Dinge in Koffer und die Koffer ins Auto. Emmanuel hat bis in die Nacht und bereits wieder am Morgen Briefe geschrieben. Zum Frühstück bringt er ein erstes Bündel mit. Ein bisschen Wehmut macht sich breit. Ich gehe ein letztes Mal durch den Garten. Die Ställe sind gut belegt. Neben den acht oder neun großen Schweinen schlafen oder quieken zwei Dutzend kleine. Drei Sauen haben Ferkel. Die Beete im Garten sind fast alle bepflanzt. Ein Rind ist trächtig. Hoffnung auf Milch auch für die Kinder. Zwei weitere schwarz-weiße europäische Rinder stehen noch im Stall, sechs weitere afrikanische Rinder grasen unten bei den Teichen. Mit dabei auch ein Ankole-Rind mit den beeindruckenden Hörnern.

Julius kommt zu mir und kündigt einen Besucher an. Lawrence ist aus Bbaala gekommen. Ich hatte gestern ein Geschenk von Felix in seinem kleinen Laden abgegeben. Er dankt mir, bittet mich, seinen Freund Felix zu grüßen und gibt mir einen Brief für ihn, mit dem er oft zusammen gesessen hat. Und er dankt uns für unser Engagement für die Menschen hier in den Dörfern. Er schätzt Emmanuel sehr und arbeitet gerne mit ihm zusammen. Ich galube, dass wir noch manches mit diesen Menschen gemeinsam bewegen können.

Zum Beispiel elektrisches Licht für die Hütten. Ich habe zwei Solar-Lampen des Vereins „SOLUX“ e.V. zum Testen mitgebracht. Sie können die gefährlichen Petroleumleuchten ablösen. Man kann eine Werkstatt zur Endmontage der Leuchten bauen, gefördert von der GTZ, und zwei Arbeitsplätze einrichten. Es fehlt Kapital. Seriöse Mikrokredite könnten den Einstieg zu größerer Selbständigkeit und wirtschaftlicher Teilhabe ermöglichen.

Hier wachsen Kaffee, Vanille, Gewürze, tropische Früchte – aber es fehlen Einrichtungen zur Verarbeitung und Strukturen für den Vertrieb und Handel.

Wir verabschieden uns von der Großfamilie in Kamukongo und am Weg grüßen winkend Menschen, von denen viele am Samstag mit uns gefeiert haben. Wir fahren noch kurz zum Afrika-Point nach Nyendo und dann nach Kampala. Land und Stadt, das sind Kontrastprogramme. Wir fahren zu dem Souvenir- und Giftshop-Dorf hinter dem Nationaltheater und kaufen Mitbringsel für Freunde und Kunsthandwerk für den Weihnachtsmarkt. Wir bewundern und durchleiden noch einmal die Rush-Hour in Kampala. Ein letzter Besuch bei Emmanuels Eltern. Nach dem Abendessen in Kisubi – ein kross fritierter Tilapia mit Pommes und ein frisches „Nile“ – bringen uns Emmanuel und Goretti zum Flughafen nach Entebbe.


Freitag, 28.01.2011

Der Flug mit Egyptair war günstig. Kein Grund also, die „unchristlichen“ Zeiten der Ankunft am frühen Morgen und des Starts um 4:40 Uhr Ortszeit zu beklagen. Wir dösen, checken ein, schlendern noch einmal durch den Duty-Free-Bereich und trinken Kaffee. Das Gepäck – je zwei Koffer mit jeweils gut 20 kg Gewicht - bekommen wir nach einigen Diskussionen durch. Auf den Flugbestätigungen stehen nur 20 kg / pro Person und ich hatte versäumt, mir die telefonisch zugesicherte Sonderaktion mit 2 x 23 kg /pro Person schriftlich bestätigen zu lassen. Aber es klappt auch so.

Landung in Kairo. Wir bleiben im Transferbereich. Kontrollen wie immer, ein bisschen intensiver vielleicht und pünktlich dann der Weiterflug nach Düsseldorf. Wir hatten in Uganda keine Nachrichten zu den Unruhen in Nordafrika mitbekommen. Erst in Düsseldorf erfahren wir von der dramatischen Situation in Ägypten.

Franz Lebfromm




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