Wieder einmal Uganda - zum vierten Mal! Diesmal nicht allein, Reiner kommt für zwei Wochen mit, und ich freue mich darauf, ihn in "meine" afrikanische Familie und ihr Leben einzuführen. Vieles schon so vertraut: der typische , unverwechselbare Geruch beim nächtlichen Ankommen auf dem Flughafen in Entebbe, die herzliche Umarmung von Emmanuel, der uns schon ungeduldig erwartet, die Übernachtung im Konvent, am nächsten Tag die Fahrt durch dieses schöne Land - die Hauptverbindungsstraße inzwischen gut ausgebaut - und das unberechenbare Verhalten der meisten Verkehrsteilnehmer, das hin und wieder zu einer kurzen Schnappatmung führt.

Nach dem herzlichen Empfang in Kamukongo - fast alle Kinder sind wegen der Ferien zu Hause - beginnt unser "Alltagsleben" in der Familie: viele dichte Gespräche über das Leben im Projekt, aber auch im ganzen Land, Beobachtungen zur Entwicklung einzelner Kinder, Veränderungen in den Patenfamilien, Ideen und detaillierte Planungen zur Weiterentwicklung des Projekts, Nutzungsmöglichkeiten verschiedener Pflanzen. Jeden Tag zwei Deutschkurse, solange die Großen noch im Kinderhaus sind, Spielen mit den Kindern, die sich gerne über Malsachen und Lernspiele "her machen", Besuche auf der Farm, im Vocational Centre, Besichtigung der Grundstücke in Kinoni und Birinzi, wo die Anpflanzung von Bäumen und Nutzpflanzen dazu beitragen soll, das Projekt langfristig auf eigene Beine zu stellen. Und zwischendurch: immer wieder mit Liebe gekochte Mahlzeiten von Jane-Frances! Da Reiner zum ersten Mal in Uganda ist, genehmigen wir uns auch ein Touri-Wochenende im Queen Elizabeth National Park. Patricia, eine junge Frau, die schon seit einem Monat im Kinderhaus mitwirkt, begleitet uns, und wir verbringen zwei erlebnisreiche Tage mit den wilden Tieren "hautnah"...

Unser "Gäste-Trupp" erweitert sich noch durch Verena, die nach dem Abi zum ersten Mal allein in die weite Welt aufgebrochen ist. "Wir Mädels" steigen unter fachkundiger Anleitung von Jane-Frances heftig in die Produktion von Papierperlen ein (die Ergebnisse können auf dem Weihnachtsmarkt und bei anderen Gelegenheiten erworben werden) und Patricia und Verena basteln mit Hingabe die bei uns so begehrten Engel aus Bananenblättern. Nach Reiners Abreise verbringe ich viel Zeit mit der Digitalisierung der Patenschaftsordner und kaufe mit Goretti und Rose von dem Spendengeld meiner Gemeinde viele nützliche Dinge fürs Kinderhaus. Außerdem besuche ich mit Rose verschiedenen Patenkinder zu Hause, nachdem wir eingekauft haben, was dringend benötigt wird: Schulhefte und -stifte, Schuhe, Seife und Zucker. Diese Besuche sind für mich immer besonders bewegend und die Freude und Heiterkeit der Menschen trotz ihrer Armut so anrührend!

So bin ich - wie immer - wieder reich beschenkt nach Hause geflogen, ein bisschen wehmütig, aber mit dem klaren Gefühl, wiederzukommen.