„Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“ (Helder Pessoa Camara)

Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,

die Studentinnen Buket und Burcu und ihre Freundinnen aus der Jugendabteilung eines Kölner Vereins mussten am Samstag ziemlich früh aufstehen. Die beiden jungen Frauen hatten OCAOF im Internet entdeckt und spontan entschieden, eine Benefiz-Aktion zugunsten der Kinder in Uganda zu organisieren. Es wurden Kuchen gebacken und Getränke vorbereitet, Genehmigungen eingeholt und ein Pavillon auf der Alleestraße in Remscheid aufgebaut. Die tolle Aktion hat sich gelohnt: Die zahlreichen Gäste am Infostand haben großzügig für das Kinder-Selbsthilfeprojekt gespendet. Von dem Erlös können neun(!) Kinder im Projektgebiet ein Jahr lang die Grundschule besuchen!

Ich möchte Ihnen heute neben der Entwicklung in Uganda auch beispielhaft von großen und kleinen Hilfen berichten, die die erstaunliche Entwicklung bei „Our children and our future“ (OCAOF) ermöglichen.
2009 fanden sich die ersten Patenschaften, um Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Heute werden über 240 Kinder und Jugendliche beim Besuch einer Schule oder einer Ausbildung von OCAOF unterstützt. Sie, liebe Mitglieder, Freunde und Förderer ermöglichen es, die Infrastruktur im Projektgebiet nach und nach auszubauen und so die Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Sie helfen, dass die geschaffenen Einrichtungen auch funktionieren und langfristig arbeiten können.

Bereits über einen längeren Zeitraum hinweg erfahren wir die großzügige Förderung des Rotary Club Remscheid. Einen neuen Waschplatz für die „Kleinen“ im Kinderheim wird der Lions Club Lohmar finanzieren. Eine „Volkszählung“ im Kinderheim in Kamukongo zeigte: die Zahl der Bewohner ist auf über 80 Personen gestiegen! Der Platz in den Wohnräumen, im Speiseraum, am Waschplatz der Kinder und eigentlich überall wird eng, insbesondere wenn in den Ferien alle Kinder zuhause sind. Freunde haben uns nun ermutigt, darüber nachzudenken und Pläne zu machen, wie durch ein weiteres Wohnhaus die drangvolle Enge beseitigt werden kann. Vielleicht gelingt es im nächsten Jahr, das fünfte Wohnhaus zu bauen und den Speisesaal zu erweitern.

Erfreulich sind immer wieder Aktionen von Besuchern und Praktikanten, die die Arbeit hautnah vor Ort erfahren haben. Tatjana z.B. hält auch mehr als zwei Jahre nach ihrem Aufenthalt im Kinderheim Vorträge. Ihre „alte“ Schule, das Scheffel-Gymnasium in Lahr, ist Partner von OCAOF und spendet regelmäßig Erlöse aus Schulveranstaltungen.

Auf persönliche Geschenke hat kürzlich ein junges Hochzeitspaar verzichtet. Stattdessen haben sie Angehörige und Freunde um Spenden für OCAOF gebeten. Ein bemerkenswerter Start in ein gemeinsames Leben, an dessen Anfang Hilfe und Unterstützung für andere steht. Neben Jubiläen, Geburtstagen, dem Eintritt in den „Ruhestand“, silbernen und goldenen Hochzeiten sind immer wieder auch Todesfälle und Trauer von Freunden und Angehörigen Anlass für großzügige Spenden.

Regelmäßig besuchen auch Mediziner Uganda und arbeiten im projekteigenen Gesundheitszentrum. Bereits zweimal war der Zahnarzt Dr. Gunter Glaser für jeweils eine Woche vor Ort, um vielen Menschen unentgeltlich die Zähne zu behandeln. Für die meisten Patienten der erste Besuch bei einem Zahnarzt! Oder die Augenärztin Dr. Andrea Winkgen, die eine intensive Woche lang Augen untersuchte und u.a. mehrere Patient/innen mit Grauem Star für Operationen auswählte. Die OPs wurden im Augenzentrum in Kasana, etwa 200 km vom Projektstandort entfernt, von einem Team mit Augenärzten und Fachkräften aus Ahaus durchgeführt, die zwei- bis dreimal im Jahr nach Uganda reisen. Auch die Behandlungen und Fahrten der Patient/innen wurden durch Spenden finanziert. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten aus Ahaus soll auch in Zukunft gepflegt und vertieft werden. Überhaupt, bemerkenswert viele Ärztinnen und Ärzte sind Mitglied, Pate und großzügige Förderer.

Wolf-Dietrich Hörle hat vor zweieinhalb Jahren OCAOF in Uganda besucht und als Musiker und Komponist Rhythmen und Melodien „gesammelt“. Das Ergebnis der folgenden Bearbeitung, ein Afrika-Musical mit dem Namen „Unsere Kinder und unsere Zukunft“ wurde am 13.06.2015 mit Kindern einer Grundschule in Remscheid uraufgeführt. Ein Mitschnitt ist über die Geschäftsstelle erhältlich.

Mit kreativen Aktionen helfen Vereine, Schulklassen, Kindergärten, Buchhandlungen, Kirchengemeinden, Handwerksbetriebe und andere Unternehmen. Die Marianne und Emil Lux-Stiftung unterstützt OCAOF seit Gründung des Fördervereins „Our children and our future“. Die Stiftungsgründer hatten Emmanuel und Goretti persönlich kennen gelernt, ermutigt und bei den ersten Schritten beraten. Jüngste Förderbeispiele: Finanzierung der Grundausstattung für das NURU-Energy-Projekt und Übernahme von drei Ausbildungspatenschaften im OCAOF Berufsbildungsinstitut in Kitamba. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die außergewöhnliche Förderung von Knorr-Bremse Global Care e.V. beim Bau der Farm und der ersten Lehrwerkstätten in Kitamba und neuerdings die Zuwendungen des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Dominik (6) möchte ich auch noch erwähnen, der zusammen mit seiner Omi einen Brief aus Kamukongo öffnen durfte, mit ihr die Bilder auf dem OCAOF-Kalender betrachtete und spontan sein Taschengeld teilte.

Die Liste ist beispielhaft. Leider sind viele an dieser Stelle ungenannt, manche davon trotz äußerst großzügiger Unterstützung auf eigenen Wunsch.

Zur aktuellen Situation im Projekt: Im OCAOF Berufsbildungsinstitut in Kitamba läuft der Innenausbau der zwei Häuser mit Schulungsräumen für Hauswirtschaft /Catering, Nähen/Textilgestaltung, Friseurhandwerk und Landwirtschaft. Die Räume werden zum Beginn des nächsten Schul- und Ausbildungsjahres im Februar 2016 fertig sein.

Noch vor der gerade beginnenden Regenzeit wurden auf dem neuen großen Grundstück am Birinzi-See Bäume und Sträucher gepflanzt. Nahe dem Äquator und in rd. 1.130m Höhe wachsen Mangos, Orangen, Zitronen, Papayas, Guaven, Avocados, Granatäpfel und Jack-Frucht, aber auch Kaffee, Kakao, Zimt, Arzneipflanzen und tropische Holzarten. In die Pflanzlöcher auf dem überwiegend sandigen Boden nahe dem Viktoriasee wurde vorab Naturdünger eingebracht. In wenigen Jahren werden die ersten Früchte reif sein. Ziel ist es, durch den Verkauf Einnahmen zu erzielen und dazu beizutragen, das Projekt langfristig aus eigener Kraft zu finanzieren.

Ich möchte Ihnen allen, liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer, herzlich für Ihre Unterstützung danken. „Wenn Menschen gemeinsam träumen, …“ (Siehe Zitat).

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Franz Lebfromm






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