Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,
als sich am 5. Dezember 2003 sieben Leute zur Gründungsversammlung des Fördervereins trafen, wollten sie das Ehepaar Emmanuel MUSOKE und Maria Goretti NAMUYOMBA dabei unterstützen, Kindern in der von Aids heftig betroffenen Region im Südwesten von Uganda den Besuch einer Schule zu ermöglichen und einigen Waisen ein Dach über dem Kopf zu geben. Niemand ahnte damals, dass unsere Freunde und Partner von OCAOF in Uganda zwölf Jahre später

  • 78 Kinder in einem Kinderheim betreuen würden,
  • 250 Kindern und Jugendlichen den Besuch einer Schule oder eine Ausbildung ermöglichen,
  • ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation und Patientenbetten unterhalten,
  • eine Grundschule maßgeblich ausgebaut haben würden,
  • eine große Farm betreiben,
  • 78 junge Leute in einem Berufsbildungsinstitut in unterschiedlichen Berufen ausbilden,
  • eine weiterführende Schule bauen dürfen, die kurz vor der Einweihung steht und
  • große Gärten und Felder bewirtschaften, um sich zunehmend selbst zu versorgen und das Projekt langfristig von externer Hilfe unabhängig zu machen.

OCAOF ist inzwischen ein hoch angesehenes regionales Entwicklungsprojekt in einem Projektgebiet mit 13 Dörfern und einem weit darüber hinausgehenden Einzugsbereich für die weiterführende Schule und das OCAOF Berufsbildungsinstitut in Kitamba.
Diese Entwicklung hat zwei wesentliche Grundlagen:

  • Emmanuel und Goretti, zwei außergewöhnliche Menschen mit einem engagierten, interessierten und zuverlässigen Team von Mitarbeiter/Innen in Uganda und
  • die großartige Unterstützung von Ihnen, den Mitgliedern, Paten, Freunden, Förderern, Stiftungen, Serviceclubs, Unternehmen und – seit 2015 - dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Deutschland. Herzlichen Dank!

Kürzlich erhielten wir die Förderzusage des BMZ für den Bau eines Verwaltungsgebäudes und ein Wohnhaus für das Berufsbildungsinstitut. Seit Januar wächst in rasanter Weise unmittelbar daneben das Schulgebäude der Secondary School, einer allgemeinbildenden weiterführenden Schule für die 8. bis 11. Klasse. Die Schule wird im Februar 2017 mit den ersten beiden Klassen in Betrieb gehen. Das KNIPEX Werk in Wuppertal Cronenberg ermöglicht mit einem außergewöhnlichen Engagement den Bau dieser Schule einschließlich Energieversorgung und Wohneinrichtungen für Schüler- und Lehrer/innen.
Im letzten Bericht hatte ich Ihnen Informationen zur Wasser- und Energieversorgung angekündigt. Im Projektgebiet gibt es weder eine zentrale Wasserversorgung, elektrische Energie über Leitungsnetze oder Abwasserentsorgungssysteme.
Wasser ist Leben. Über 700 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders betroffen sind Menschen in Entwicklungsländern. Das Projektgebiet von OCAOF im Distrikt Kalungu ist an kein Wasserleitungssystem angeschlossen. Die Menschen holen mit Wasserkanistern aus Kunststoff das Wasser für sich und ihre Familie aus einem Wasserloch, an einem Bach, See oder Brunnen.
Die neuen, meist größeren Häuser von OCAOF haben stabile Mauern und Dächer aus Blech mit Regenrinnen. Das Regenwasser wird in geschlossenen Tanks gesammelt. Frisches Regenwasser ist i.d.R. problemlos zur Körperreinigung geeignet, muss aber zur Sicherheit dennoch vor dem Trinken abgekocht werden. Das trifft immer zu auf Wasser aus Tümpeln, Bächen und auch vielen Brunnen.
Verschmutztes Wasser macht krank. Gefährdet sind alle, insbesondere aber Kinder, alte Menschen und ohnehin durch Krankheiten und Mangelernährung geschwächte Menschen. Jeden Tag sterben weltweit etwa 3.600 Kinder durch verunreinigtes Wasser. OCAOF will in den nächsten Monaten an wichtigen Wasserstellen nahe dem Kinderheim, im Weiterbildungszentrum in Kitamba und in Birinzi Filteranlagen zur Wasseraufbereitung installieren, so dass es nicht mehr abgekocht werden muss.
Zur Energieversorgung: Das spärliche Essen – in dieser Region meist Matoke, gedünstete Kochbananen – wird i.d.R. auf einem kleinen Holzfeuer vor der ärmlichen Hütte bereitet. Licht bringen, wenn das Geld für das Öl ausreicht, Kerosin-Laternen in die Hütten, mit gesundheitsschädigenden Dämpfen und brandgefährlich.
Für elektrisches Licht sorgen bei den eigenen Einrichtungen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Beim Kinderheim und auf der Farm werden zusätzlich organische Abfälle und Gülle in kleinen Biogasanlagen verwertet. In der Entbindungsstation im Health Centre und im Gästehaus des Kinderheims sorgen Sonnenkollektoren für warmes Wasser. Die Idee für das Weiterbildungszentrum in Kitamba ist ein kleiner Energiepark mit verschiedenen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien: Photovoltaik zur Stromerzeugung, Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser, Windkraft, Biogas, Pflanzenöl zum Antrieb von Generatoren oder einem kleinen BHKW. Das klingt modern. In Uganda ist dies aber der einzige Weg, Energie für eine erhoffte Entwicklung im Land zu erzeugen. Die wenigen vorhandenen Wasserkraftwerke können den wachsenden Energiebedarf bei weitem nicht decken. Die innovativen Ansätze zu Problemlösungen in Energiefragen und bei der Trinkwasserversorgung sind neben der unmittelbaren Versorgung des Weiterbildungszentrums Kitamba immer auch Musteranlagen, Test- und Erfahrungsfelder für die Auszubildenden und interessierte Besucher.
Es fehlt in der Darstellung noch der Bereich der Sanitärversorgung. In dem sehr armen ländlichen Umfeld gibt es üblicherweise nur einfache Pit Latrins (Plumpsklos, Gruben in der Nähe der Hütte, die mit Ästen abgedeckt sind). Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) akzeptiert sogn. VLP (Ventilated Pit Latrins – belüftete Gruben), Trockentrenntoiletten und selbstverständlich WCs, Toiletten mit Wasserspülung. OCAOF baut und verwendet hygienisch akzeptable Toiletten, die von der WHO anerkannt sind. Im Kinderheim, im Health Centre, in der Farm und in Kitamba gibt es auch WCs.
Zum Schluss einige persönliche Informationen. Wir haben Emmanuel und Goretti nach zweijähriger Pause wieder nach Deutschland eingeladen. Die Reise war bereits für den Herbst 2016 geplant. Die beiden haben auf Bitte des Steering Committee und der jungen Mitarbeiter/innen – schweren Herzens – die Reise um einige Monate aufgeschoben, um das engagierte Team insbesondere bei den anstehenden Vorbereitungen zum Start der neuen Secondary School in Kitamba mit ihrer Erfahrung zu unterstützen. Wir haben großen Respekt vor dieser Entscheidung. Sie zeigt erneut, mit welch großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein unsere Freunde vor Ort das Projekt leiten und begleiten.
Kürzlich wurden unsere neuen Info-Broschüren fertig. oh! Kommunikation, eine engagierte, kreative Agentur in Remscheid (Markenberatung, Corporate Identity, Branding etc.) hat uns die Gestaltung der Broschüre und ein neues Logo geschenkt. Herzlichen Dank dafür an Oliver Haarmann. Die 12seitige Broschüre in Postkartenformat informiert über die Arbeit, das bereits Erreichte und die Ziele von OCAOF und enthält auch ein heraus trennbares Formular für Mitglied- und Patenschaften. Bitte teilen Sie uns auf OCAOF@gmx.de mit, wie viele Exemplare Sie an Freunde und mögliche Förderer weitergeben möchten. Wir schicken Ihnen dann gerne eine entsprechende Anzahl zu.

Mit herzlichen Grüßen
Franz Lebfromm

Energieversorgung in unseren Einrichtungen

Pumpe und Wasserleitung...
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... zum Wasserspeicher im Weiterbildungszentrum
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Wassersammelsytem im Kinderhaus
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Stromversorgung
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Zisterne am Health Centre
Zisterne am Health Centre
Hochtank im KInderhaus
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 Grundschule in Bbaala
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