„Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere morgen.“ Dalai Lama

Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,

am 3. April 2004 – ziemlich genau vor 13 Jahren - konnte der junge und soeben eingetragene Förderverein die erste Spende für „Our children and our future“ nach Uganda überweisen. Seither folgten für Emmanuel und Goretti viele „tätige“ Tage im JETZT und HEUTE. Die beiden sind am 01.04.2017 nach ihrem Deutschlandbesuch wieder nach Uganda zurückgekehrt. Sie haben während ihres achtwöchigen Besuches 20-mal ihre Koffer gepackt, sind einmal quer durch Deutschland gereist, haben viele alte und neue Freunde getroffen, Freude bereitet und mit ihrer Herzlichkeit begeistert. Sie haben von Herzen gedankt für die großartige Unterstützung, ohne die all die beeindruckenden Entwicklungen nicht möglich wären.

In Uganda haben während dieser Zeit Andrew, Rose, Iwan, Julius und Rita, Thomas More, Grace, Gerald und all die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür gesorgt, dass die Arbeit bei OCAOF ohne Probleme weiter ging. Das junge Team ist motiviert und stolz darauf, dass man ihnen vertraut und dass sie eigenständig Verantwortung tragen dürfen.
Was hat sich in UGANDA in den Dörfern im Projektgebiet in den letzten Wochen getan? In KAMUKONGO wurde für die Versorgung der inzwischen 93 Kinder und der Mitarbeiter/innen ein neuer großer Speisesaal gebaut. Nebenan entstand rund um den „alten“ Holzbackofen eine neue Küche.

Im Weiterbildungszentrum KITAMBA wurden rechtzeitig vor dem neuen Schuljahresbeginn die Klassenräume und der Verwaltungstrakt der neuen KITAMBA High School, einer weiterführenden Schule nach Abschluss der Grundschule für die Klassen Secondary1 bis Secondary 4 eingerichtet. Für die Schülerinnen und Schüler stehen zwei Internatsgebäude zur Verfügung. Auch das Verwaltungsgebäude für das Berufsbildungsinstitut ist fertig. Noch im Bau ist ein Wohnhaus für einige Lehrer/innen.
Im Berufsbildungsinstitut hatten im Dezember 2016 die ersten acht Auszubildenden nach zweijähriger Lehrzeit ihre Ausbildung beendet. Insgesamt 79 Auszubildende haben im Januar 2017 ihre Lehre in den Berufen Elektriker, Mechaniker, Hauswirtschaft (Kochen und Nähen/Textiles Gestalten), Friseurhandwerk, und Computerschulung/kaufmännische Ausbildung begonnen oder weitergeführt. Zusätzlich wurde auch eine Klasse für Erzieher/innen eingerichtet.

Die KITAMBA High School hat zum Schulstart 72 Schüler/innen in zwei Parallelklassen Secondary 1 und einer Klasse Secondary 2 aufgenommen. Mit dem Ausbau der Schule werden ab Februar 2019 voraussichtlich etwa 250 Schüler/innen in KITAMBA unterrichtet.
Emmanuel und Goretti haben sich über die Ankündigung sehr gefreut, dass auch in diesem Jahr der Ausbau in KITAMBA weiter gehen darf: Wir hoffen auf die baldige schriftliche Zusage vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Finanzierung (75%) von drei weiteren Lehrwerkstätten für die Bauberufe Maurer, Schreiner/Zimmerleute und Schlosser/Installateure.

Im letzten Bericht hatte ich Ihnen die Ideen und Pläne zur Verbesserung der Wasser- und Energieversorgung im Weiterbildungszentrum KITAMBA skizziert. Für beide Projekte wurden inzwischen Finanzierungsanträge gestellt. Zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, das nicht mehr wie landesweit üblich abgekocht werden muss, soll eine Wasseraufbereitungsanlage mit Entkeimung errichtet werden.
Z.Zt. sind zur Stromversorgung mehrere kleine Photovoltaik-Anlagen auf den einzelnen Gebäuden installiert. Sie sollen in einem lokalen Netz zusammengeschaltet und schrittweise bedarfsgerecht ausgebaut werden. Wesentliches Element der Planung ist die Einrichtung eines Schulungsraumes für die Ausbildung von Solar-Fachleuten. Uganda beginnt derzeit mit der Erschließung von Ölvorkommen im Bereich des Lake Albert im Nordwesten des Landes. Aber wie so häufig in Entwicklungsländern ist unsicher, inwieweit das Öl wirklich zur Verbesserung der Energieversorgung des Landes und der Lebensbedingungen der Menschen beitragen wird. In Uganda – unser Projektgebiet liegt nur etwa 20 km vom Äquator entfernt – scheint häufig die Sonne. Mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung ist die Nutzung von erneuerbaren Energien – Solarenergie, Biogas, ökologisch sinnvollem Einsatz von Pflanzenöl und von Windenergie (dort, wo der Wind ausreichend bläst) – die verlässlichere Perspektive. Im Koffer von Emmanuel war deshalb auch eine kleine Wetterstation u.a. mit einem Windmessgerät und elektronischen Einrichtungen zur Aufzeichnung von Sonnenstrahlung, Wind und Regen.
Die angestrebt mustergültigen Einrichtungen zur Wasserversorgung und zur Nutzung erneuerbarer Energien, aber auch von Einrichtungen des Brandschutzes und später einer geregelten Abwasserentsorgung sollen einerseits dem Weiterbildungszentrum unmittelbar dienen. Sie sind andererseits Lern- und Erfahrungsort der Schüler, Auszubildenden und Lehrer vor Ort wie auch von Studenten, angehenden Fachleuten und Besuchern aus dem Land für Aus- und Weiterbildungen.
Zu Jahresbeginn wurde Samen der Ölpflanze Jatropha Curcas nach Uganda geschickt. Die Samen haben erfreulich gut gekeimt und können schon bald ausgepflanzt werden. Das als Nahrung nicht geeignete Öl, das aus den Früchten gepresst wird, kann z.B. als Lampenöl direkt verwendet oder zu einem hochwertigen Diesel umgeestert werden.
In Emmanuels Reisegepäck war auch ein Schutzanzug für Imker. Im Garten hinter den Wohnhäusern des Kinderhauses KAMUKONGO stehen einige Bienenstöcke. Einige Bienenvölker sollen bald auch in BIRINZI auf dem großen Grundstück mit vielen jungen Obstbäumen aufgestellt werden.

Wir haben bei Vorlage einer Einzugsermächtigung am 05.04.2017 die Mitglieder- und Patenschaftbeiträge eingezogen. Als Mitglied und/oder Pate erhalten Sie beigefügt auch die Zuwendungsbestätigung für Ihren Beitrag.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und beste Wünsche für ein frohes Osterfest.

Mit lieben Grüßen
gez. Franz Lebfromm