Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,

ein chinesisches Sprichwort besagt:
Wenn Du für eine Stunde glücklich sein willst, mache ein Nickerchen.
Wenn Du für einen Tag glücklich sein willst, gehe fischen.
Wenn Du für einen Monat glücklich sein willst, heirate.
Wenn Du für ein Jahr glücklich sein willst, erbe ein Vermögen.
Wenn Du ein Leben lang glücklich sein willst, helfe jemand anderem.

Zu den in diesem chinesischen Sprichwort angegebenen Gründen für das „glücklich sein“ und den in Aussicht gestellten Zeiträumen gibt es bestimmt abweichende Erfahrungen und Erwartungen. Die letzte Zeile jedenfalls möchte ich gerne unterschreiben.

Noch immer sterben in Entwicklungsländern viele Kinder in den ersten Lebensjahren. Die Chance, das 5. Lebensjahr zu erreichen ist z.Zt. statistisch in Uganda 25 mal schlechter als in Deutschland. In der neuen Entbindungsstation in „unserem“ Gesundheitszentrum in Bbaala wurden in den letzten fünf Wochen acht gesunde Kinder geboren. Florence, die als erfahrene Hebamme seit Ende August das Team ergänzt, begleitet die Schwangeren bereits vor der Geburt, hilft bei der Entbindung und betreut Mütter und Kinder auch danach. Die Hilfen umfassen auch gesundheitliche Aufklärung zu Ernährungs- u. Hygienefragen, Infektionen, Vermeidung von Erkrankung und Informationen über deren (Wechsel-) Wirkungen und Zusammenhänge mit anderen Lebensbereichen.

Eine Tochtergesellschaft der Bayer AG unterstützt „Our children and our future“ mit imprägnierten Moskitonetzen, die nach ausführlicher Beratung neben anderen Hilfen auch an die Mütter mit ihren Neugeborenen ausgehändigt werden. Imprägnierte Moskitonetze sind nach wie vor der wirksamste Schutz gegen Moskitos und damit gegen Malaria.

Ein Beispiel zu o.g. Wechselwirkungen und Zusammenhängen: Die Überlebenschancen eines Kindes, dessen Mutter die Grundschule abgeschlossen hat, liegen um 20% höher als die eines Kindes, dessen Mutter nicht zur Schule gegangen ist. Die Chancen liegen bis zu 80% höher, wenn die Mutter eine weitergehende Schule besucht hat. (UNICEF, 2008)

Eine Schule besuchen inzwischen ein großer Teil der Kinder im Projektgebiet.Die St. Francis Primary School in Bbaala konnte dafür renoviert und ausgebaut werden. Die Schülerzahl stieg seit 2009 von 330 auf über 560 Kinder, die Zahl der Kinder in den beiden Vorschulklassen von knapp 30 auf über 60. Aktuelle Probleme bereiten die zu großen Klassen. Monika Kietzmann, ehemalige Schulleiterin und engagierte Mitarbeiterin (sie kümmert sich u.a. um unsere Website: www.our-children-and-our-future.de berichtete nach ihrem Besuch im Sommer z.B. von über 100 Kindern der 2. Klasse, die in einem einzigen Klassenraum unterrichtet werden. Eine erste Entlastung bietet hier die Renovierung eines kleinen maroden Gebäudes als Schlafraum für jene Jungen aus der Abschlussklasse (7. Klasse), die sich intensiv auf die Abschlussprüfung vorbereiten. Aktuell wohnen 7 Jungen und 17 Mädchen in „Internatsbetrieb“ von Montag bis Samstag in der Schule. Nach dem Umzug der Jungen in das renovierte „Häuschen“ wird der bisherige Schlafraum als weiteres Klassenzimmer frei und die 2. Klasse kann geteilt werden.

Leider sind noch viele Kinder aus den Dörfern nur unzulänglich versorgt. Die z.Zt. 220 Kinder – Waisen und Kinder aus ärmsten Familien -, die mit Unterstützung von „Our children and our future“ diese Schule besuchen dürfen, erhalten in der Schule täglich eine warme Mahlzeit. Üblicherweise einen Becher Maisbrei. Einige Kinder kommen ohne Essen und Trinken zur Schule. Sie ebenfalls mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen kostet nach Recherchen von Goretti etwa 150 Euro/Monat. Wir werden in diesem Jahr den Ertrag unseres Standes auf dem Ideellen Weihnachtsmarkt in Remscheid für die „Schulspeisung“ verwenden und den Etat für die Schulküche aus Spenden aufstocken. Den Anstoß dazu gaben Dr. Helmut Cuntze und Frithjof Grande nach ihrer Reise im Juli. Ihrem Vortrag zu dieser Reise verdanken wir auch einen Artikel im Remscheider General-Anzeiger [2.596 KB] (24.08.2012) mit der Überschrift: „Ich weiß jetzt – diese Hilfe kommt zu 100 Prozent an“ und eineige neue Patenschaften.

Die „Großfamilie“ Musoke in Kamukongo ist kürzlich um zwei weitere Waisen auf nun 50 Kinder zuzüglich der Mitarbeiter/innen gewachsen. Wir hoffen darauf, möglichst bald den ersten Bauabschnitt des neuen Wohnhauses fertigstellen zu können. In ihm werden dann auch Helfer und Gäste aus Deutschland wohnen. Bisher haben Emmanuel und Goretti oft sogar ihr eigenes Schlafzimmer geräumt, um Besuchern Platz zu machen. Der zweite Bauabschnitt mit weiteren vier Schlafräumen und einer Werkstatt soll dann 2013 gebaut werden.

Freunde von Emmanuel aus dessen Ausbildungszeit (1992-1995) in St. Ottilien bei München bauen z.Zt. mit Unterstützung eines großen Münchner Unternehmens in Kamukongo eine Farm. Es entstehen Ställe für Rinder und Schweine und Einrichtungen für die Verarbeitung der Erzeugnisse. Sie sollen die Versorgung des Kinderheimes, der Schulküche, der Gesundheitsstation und später auch der geplanten Ausbildungswerkstätten verbessern. Es entstehen darüber hinaus in der Farm einige Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Ich möchte Ihnen im Namen von Emmanuel und Goretti, der Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter bei „Our children and our future“ und der Menschen aus den Dörfern im Umland herzlich danken. Mit Ihrer Unterstützung schenken Sie Hoffnung, ermöglichen Sie Bildung, ebnen Sie den Zugang zu Gesundheitsdiensten, verbessern Sie Lebensbedingungen der Menschen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Franz Lebfromm


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