"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. ..."
Antoine de Sain- Exupéry, Der kleine Prinz

Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer

Dieser Bericht kommt „außer der Reihe“ schon Ende Oktober, vier Monate nach dem letzten Halbjahresbericht 2011. Aber es gibt manches Neue, das ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

Der Besuch von Goretti und Emmanuel in Deutschland endete am 30. Juli. Sie sind – wie immer - mit übergewichtigen Koffern, Ermutigung und vielen Anregungen nach Uganda zurückgekehrt. In einem Koffer war auch das Modell eines Solarkochers, das uns Auszubildende im Berufsbildungszentrum der Bergischen Industrie in Remscheid gebaut hatten. Es wird z.Zt. von jungen Leuten in einer Ausbildungswerkstatt in Butende in Originalgröße nachgebaut und soll dann zum Abkochen von Wasser an der Grundschule in Bbaala eingesetzt werden. Zur Grundschule nach Bbaala kommen viele Kinder leider mit leerem Magen, ohne „Schulbrot“ und Trinkflasche. Ich hatte dies im letzten Bericht bereits beschrieben. Die Kinder sollen nun zumindest ein Essen und die nötige Flüssigkeit für den langen Schultag in der Schule erhalten.

Die Schulküche und der Speisesaal an der Schule sind inzwischen fertig. Und der Wunsch, das alte, marode Schulgebäude zu sanieren, wird dank einer großzügigen Spende aktuell erfüllt. Die räumlichen Voraussetzungen für die Grundbildung der Kinder aus den umliegenden Dörfern im Projektgebiet sind damit geschaffen. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Kinder sehr herzlich danken. Vor zwei Jahren haben wir begonnen, Patenschaften zur finanziellen Absicherung des Schulbesuchs und einer späteren beruflichen Ausbildung zu vermitteln. Frau Dr. Haide Cuntze hat kürzlich das Foto und die kurzen Informationen für das 96. Patenkind (!) an neue Pateneltern geschickt. Wir hatten mit dieser großartigen Unterstützung nicht gerechnet.

Nach dem bewährten Vorbild von „Menschen für Menschen“ in Äthiopien verfolgt „Our children and our future“ im Projektgebiet in Uganda den Ansatz einer Integrierten ländlichen Entwicklung, um anhaltende und tragfähige Veränderungen anzustoßen. Gemeinsam mit der Bevölkerung, die einen hohen Anteil an Engagement und Arbeitseinsatz einbringt, werden dabei verschiedene, für eine nachhaltige Entwicklung nötige Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Nahrungsversorgung / Agrarökonomie, Zugang zu sauberem Trinkwasser etc. möglichst parallel und miteinander verzahnt angegangen. Hilfe zur Selbsthilfe.

Das nächste große Ziel ist die Schaffung von Ausbildungsmöglichkeiten für die jungen Leute nach dem Abschluss der Primary School. Ohne Perspektive und Arbeit versuchen viele junge Frauen und Männer ihr Glück in der Stadt und landen leider oft in Slums oder auf der Straße. Emmanuel hat uns „Schreiner/Zimmerleute, Maurer, Schlosser/Metallbearbeitung, (Schmieden, Schweißen, Montieren, …), Mechaniker (Zweiräder, Autos, Nähmaschinen, …), Elektriker, Hauswirtschaft, Krankenpflege und Landwirtschaft (Gärten, Felder; Viehwirtschaft)“ als „gefragte“ und zukunftsfähige Berufe genannt. In ersten Gesprächen mit Handwerkern, Berufskollegs, Kreishandwerkerschaft, Serviceclubs und Freunden erfahren wir Zustimmung, Ermutigung und große Bereitschaft uns „nach Kräften“ zu unterstützen. Emmanuel und Goretti suchen in der Gemeinde nach einem geeigneten Grundstück, auf dem nach und nach Werkstätten gebaut werden können. Ein erster Schritt wurde durch das Engagement von Freunden und Förderern aus München für den Kauf eines Grundstücks und den geplanten Bau eines Stalles im Bereich Landwirtschaft möglich. Ziel ist ein „Musterbauernhof“, vielleicht mit einem Pflanzenhof und einer Baumschule.

Zum Schluss ein Blick in „unser“ Kinderhaus Kamukongo: In den letzten Wochen kamen fünf weitere Kinder aus dem näheren Projektumfeld zur Großfamilie Musoke hinzu. Immer wieder sind es Kinder, deren Eltern sterben und wo keine Großmutter, kein Großvater und keine Tante die Waisen übernehmen kann. Und da die Betten inzwischen knapp und die Zimmer voll sind, werden wir versuchen, Platz zu schaffen. Wir haben Emmanuel gebeten, einen Plan für ein weiteres Wohnhaus in Kamukongo erstellen zu lassen.

Im August hatten wir die außergewöhnliche Gelegenheit, „Our children and our future“ zwei Wochen lang mit einer umfangreichen Fotoausstellung im Allee-Center, einem großen Einkaufszentrum in Remscheid, vorzustellen. Wir haben viele Gespräche geführt, neue Paten und Mitglieder gewonnen und ermutigende Kontakte geknüpft. Ich bin gerne bereit, zu Ihnen zu kommen, wenn in Ihrem Umfeld eine Schule, ein Verein, ein Gesprächs- oder Arbeitskreis, ein Unternehmen oder ein anderer Personenkreis an einem Informationsgespräch oder einem Vortrag über Uganda, das Projekt und die Lebensbedingungen der Menschen interessiert ist. Einige Mitglieder haben auch die Gelegenheit genutzt, Faltblätter mit gezielten Informationen über Our children and our future an die Gäste von Geburtstagsfeiern und Firmenjubiläen oder einfach an Geschäftspartner weiter zu geben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Franz Lebfromm



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