ES IST DAS HERZ, DAS GIBT. DIE FINGER GEBEN NUR HER. (Aus Afrika)

Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,

üblicherweise sind die Abstände zwischen zwei Berichten etwas größer. Dieser Bericht betrifft auch die eigenen Motive und die Hoffnungen, die sich mit der Arbeit für OCAOF verbinden. Ich möchte Ihnen von der Mitgliederversammlung des Fördervereins und den konstruktiv kritischen Anregungen berichten. Ja, OCAOF hat in den letzten Jahren unglaublich viel erreicht. Die Spendensummen sind insbesondere in den letzten drei Jahren stark angewachsen. Diese Entwicklung könnte den Eindruck erwecken, dass es OCAOF sorglos gut geht und wir uns zufrieden zurücklehnen können. Das wäre fatal. Die beachtlichen Investitionen zum Aufbau von OCAOF wurden möglich durch äußerst großzügige projektgebundene Spenden und durch Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
In relativ kurzer Zeit konnte das Kinderheim in Kamukongo ausgebaut werden, konnte das Weiterbildungszentrum in Kitamba mit einer allgemeinbildenden weiterführenden Schule und einem Berufsbildungsinstitut für z.Zt. acht Berufsausbildungen gebaut werden. Und es konnten große Grundstücke in Kinoni und am Lake Birinzi erworben und umfangreich bepflanzt werden.

Das Kinderheim in Kamukongo und Bweyo mit z.Zt. 93 Kindern liegt uns allen am Herzen. Das Schulzentrum in Kitamba steht beispielhaft für den Arbeitsansatz „Integrierte ländliche Entwicklung“ und die Überzeugung, dass nachhaltige Entwicklung ohne schulische und berufliche Bildung (und einige andere „Bausteine“) nicht möglich ist. Die Äcker und Felder in Birinzi und Kinoni sollen die wirtschaftlichen Grundlagen des Projekts verbessern und dazu beitragen, dass OCAOF sich einmal weitgehend selbst versorgen und finanzieren kann.
Ausgangspunkt einer vertieften Diskussion in der Mitgliederversammlung war der Tagesordnungspunkt „Patenschaften“. Kurz zur Geschichte und den Ideen zu den Patenschaften über OCAOF. Recherchen zur Bildungssituation der Kinder aus dem Projektumfeld im Jahr 2009 ergaben, dass an der Grundschule in Bbaala seinerzeit 330 Kinder waren und ca. 220 obwohl schulfähig und schulpflichtig die Schule nicht besuchten, weil die Eltern oder Angehörige die „Schoolfees“, das Schulgeld für Schulkleidung, Bücher etc. nicht bezahlen konnten. Spenden und die damals eingerichteten „Patenschaften“ führten dazu, dass bereits ein knappes Jahr später die Schülerzahl auf über 550 angestiegen war. Die Patenschaftbeiträge hatten wir mit 5,-- , 10,-- und 20,-- Euro im Monat (60,--, 120,-- u. 240,-- Euro/Jahr) so niedrig angesetzt, weil z.B. auch Schüler mit ihrem Taschengeld Paten werden wollten. Später kam die Beitragshöhe 360,-- Euro/Jahr hinzu.
Wir mussten in den letzten Jahren feststellen, dass inflationsbedingt die Kosten auch für Schulbesuche kontinuierlich angestiegen sind und die Beträge heute so wie damals beschrieben nicht mehr ausreichen. Wir haben die Formulare entsprechend angepasst. Wichtig war, dass wir die Staffelung mit unterschiedlichen Beträgen beibehalten wollen, dass die bestehenden Patenschaften unberührt bleiben und dass wir allen potenziellen Paten versichern, dass auch im Falle einer Kündigung die Kinder weiterhin die Schule besuchen dürfen und Fehlbeträge aus einem speziell eingerichteten „Pool“ ausgeglichen werden. Wir wollen in diesen Pool auch einmalige Spenden einzahlen, wenn jemand das Projekt unterstützen, sich aber nicht langfristig binden möchte.

Die neue Formulierung lautet: „Ich möchte OCAOF mit einer Mitglied-/Patenschaft unterstützen.
Mitgliedschaft: Ich möchte dem Förderverein OCAOF e.V. beitreten (Mindestbeitrag 20 €/Schüler und Studenten 10€). ( )
Patenschaft: Ich unterstütze ein Kind/eine(n) Jugendliche(n) mit einer persönlichen Patenschaft über OCAOF, z.B.: 120 € jährlich für den Besuch der Grundschule. ( ) 240 € jährlich für eine weiterführende Schule oder Berufsausbildung. ( ) 360 € jährlich für eine weiterführende Schule oder Berufsausbildung mit Unterkunft. ( )
Ich beteilige mich an einer Patenschaft mit einem jährlichen Beitrag in Höhe von ……… Euro zur Unterstützung von Schulbesuchen / beruflicher Ausbildung.
Ich erkläre auf Widerruf, dem Förderverein „Our children and our future“– Selbsthilfeprojekt in Masaka, Uganda e.V. einen Förderbeitrag in Höhe von: Euro ………….. (in Worten) ……………………………………………………………. Euro zu spenden.”

Die genannten Beträge für eine weiterführende Schule oder Berufsausbildung entsprechen den aktuellen Kosten im OCAOF Weiterbildungszentrum Kitamba im laufenden Jahr 2017. Andere Schulen und Berufsbildungseinrichtungen sind meist teurer.
Die o.g. Neuformulierung soll auch die Möglichkeit beibehalten, sich mit kleineren Anteilsbeträgen an einer persönlichen Patenschaft zu beteiligen. Die geförderten Schüler und Auszubildenden erhalten, wenn sie den Beitrag nicht oder nur zu einem Teil selbst aufbringen können, einen entsprechenden Zuschuss. Grundsätzlich sollen die Schoolfees von der Familie oder den Angehörigen getragen werden, um die begrenzten Mittel aus Spenden und Patenschaften dort einzusetzen, wo die Not am größten ist. Aber, jedes Kind sollte die Chance haben, eine Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen. Nur so kann es gelingen, der Armut zu entrinnen und den eigenen Kindern einmal Schule, Gesundheitsversorgung und Ausbildung zu finanzieren und die Familie ausreichend zu versorgen. OCAOF in Uganda wird seinen Beitrag dazu z.B aus den landwirtschaftlichen Betrieben in Kinoni und Birinzi erst in ein paar Jahren leisten können.

Ich möchte den Gedanken aus dem ersten Abschnitt des Berichts noch einmal aufgreifen. Es wäre fatal, wenn unter dem Eindruck der sehr erfolgreichen Aufbauarbeit der Eindruck entstünde, dass Mitgliedschaften, Patenschaften und auch kleinere Spenden nicht mehr nötig wären. Ganz im Gegenteil. Mit den neuen Einrichtungen ist uns für die jungen Menschen im Einzugsgebiet in Uganda, aber auch gegenüber den Förderern in Deutschland die Verpflichtung erwachsen, den Bestand und einen erfolgreichen Betrieb zu sichern.

Wir möchten Sie einladen und bitten, OCAOF auch weiterhin zu unterstützen und gerne auch in Ihrem Freundeskreis dafür zu werben. In erfreulichem Umfang haben in den letzten Monaten z.B. „Geburtstagskinder“ auf persönliche Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden gebeten. Sie alle helfen, den in den nächsten Jahren wachsenden laufenden Betrieb zu sichern. Wachsend bedeutet, dass die Zahl der Schüler und Auszubildenden von 28 im ersten Betriebsjahr 2015 über aktuell 157 in drei bis vier Jahren voraussichtlich bei rund 500 liegen wird.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Franz Lebfromm


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