Liebe Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer,
es war bei der ersten persönlichen Begegnung mit Emmanuel 2002 in Deutschland, als er auf meine Frage, wie viele Kinder er sich zur Betreuung in einem OCAOF-Kinderdorf vorstellen kann, die mutige und magische Zahl 100 nannte. Neben den (damals) vier eigenen Kindern lebten weitere fünf Kinder im privaten Wohnhaus in Nyendo. Der Sohn Charles war noch nicht geboren.

Heute leben in Kamukongo und Bweyo 99 Kinder. 49 junge Leute haben das Kinderheim in den letzten Jahren bereits verlassen. Sie alle haben einen Beruf erlernt, haben einen Job oder sind selbständig und stehen selbstbewusst im Leben. In Bweyo steht das Wohnhaus von Emmanuel und Goretti. Eigentlich als „Alterswohnsitz“ geplant, ist es – wiederum – ein Heim für Kinder. Rhea schrieb nach ihrem dreimonatigen Freiwilligeneinsatz ins Gästebuch: „Tausend Dank an Goretti und Emmanuel. Für euren riesigen Einsatz und dafür, dass ihr ein Haus geschaffen habt, dessen Türen nie verschlossen sind, das für all die Kinder, Mitarbeiter, Freiwillige und Gäste ein Zuhause bietet. Durch euch entsteht täglich neues Glück, weit über die Grenzen des Kinderheims hinaus. Danke, dass ihr mich aufgenommen habt und euer Zuhause mein Zuhause werden durfte.“

2018 ist erneut viel Neues entstanden. Im Berufsbildungsinstitut in Kitamba konnte die Ausbildung auf die Berufe Maurer, Schlosser/Installateure und Schreiner/Zimmerleute erweitert werden. Die Charles Lwanga Farm in Kamukongo, eine Initiative von Rainer Baumann aus München, wurde maßgeblich erweitert. Das Hauptgebäude wurde um eine Etage aufgestockt. Entstanden sind Schulungs- und Wohnräume für Auszubildende im Bereich Land- und Viehwirtschaft. Hier finden große Teile insbesondere der praktischen Ausbildung statt. Offiziell ist die Ausbildung in das Berufsbildungsinstitut Kitamba integriert – mit einigen theoretischen Ausbildungsteilen in Kitamba.
Die beiden geplanten Erweiterungsbauten für Boarding – Internatsbetrieb – in Kitamba dürfen voraussichtlich Anfang Januar 2019 „in Bau“ gehen. Der Bedarf dafür ist stetig gewachsen. Rund 80% der Schüler*innen und Auszubildenden sind „Boarding“. Der Weg zwischen Wohnen und Schule bzw. Ausbildungsstätte ist zu weit, um ihn täglich als Tagesschüler zurück zu legen. Voraussichtlich ab 2020 wird das Weiterbildungszentrum mit ca. 400 Schüler*innen und 250 Auszubildenden belegt sein – rund 500 davon in Internatsbetrieb.

Im letzten Bericht hatte ich auf die noch „lückenhafte“ Ausstattung der Lehrwerkstätten mit Werkzeug und Arbeitsmaterial hingewiesen. Erfreulicher Weise hat ein großzügiger Förderer kürzlich mit einer ermutigenden Spende geholfen. Ich hoffe, dass wir bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Februar die noch vorhandenen Lücken stopfen können und damit die Qualität der Ausbildung optimieren. Das engagierte Lehrer- und Ausbilderteam hat sich zum Ziel gesetzt, dem Weiterbildungszentrum Kitamba einen herausragend guten Ruf zu erarbeiten.
Besonders stolz dürfen wir auf die Wasserversorgung sein. Das Schulzentrum ist einer der wenigen Orte in Uganda mit einer zuverlässigen Wasseraufbereitungsanlage. In den Gebäuden und an einigen Zapfstellen im Freien kann sauberes Trinkwasser geholt werden.

Erfreulich ist die organisatorische Entwicklung sowohl in Uganda als auch beim Förderverein hier in Deutschland. In Uganda übernehmen Ritah, Rose, Ivan, Andrew und Silvia immer größere Teile der Verantwortung. Engagierte Boards – Beiräte – begleiten die Leitungen der Grundschule, der Secondary School, des Berufsbildungsinstituts und im Gesundheitszentrum. Patricia, die älteste Tochter von Goretti und Emmanuel ist Hebamme und Aids-Beraterin, lernt fleißig Deutsch im Goethe-Institut in Kampala und ist interessiert, bei OCAOF in Zukunft mitzuarbeiten. Das bedeutet zunehmend Entlastung für Emmanuel und Goretti, verbunden mit dem Vertrauen, dass die Arbeit auch in der nächsten Generation sehr verantwortungsbewusst und zuverlässig weiter gehen wird.

Hier beim Förderverein ist mit der Einrichtung der Geschäftsstelle in der Remscheider Innenstadt ein tolles Team entstanden. Hinzu kommen Ansprechpartner in mehreren Städten, die sich intensiv um OCAOF in ihrem Umfeld kümmern und kleine, wirkungsvolle „Förderkreise“ betreuen oder eigene Projekte im Projektgebiet in Uganda begleiten. Beispiele: Stabile Dächer mit Dachrinnen und Wassertanks für Hütten der Ärmsten, der Ausbau einer Grundschule im Nachbardorf Bukomansimbi, ein Wohnhaus für die Mitarbeiter*innen der Gesundheitsstation in Kitaasa, die Ausstattung mit med. Geräten einer Gesundheitsstation in Bukomansimbi, die Kindertagesstätte von Emmanuels Schwester Agnes in Kisubi und die außergewöhnliche jährliche Fahrt mit über 20 Patient*innen aus dem Projektgebiet zu Augenoperationen (Grauer Star) in Kasana. Ich bin davon überzeugt, dass diese „Strahlkraft“ heraus aus einem stabilen und vorbildlichen Projektzentrum über dessen Grenzen hinaus ein sehr guter Weg ist. Er ermutigt Eigeninitiative und gibt die Sicherheit, dass die Unterstützung ankommt und zuverlässig eingesetzt wird.

Wir haben auch für 2019 wieder einen Kalender gedruckt. Der Monatskalender mit Fotos aus Uganda ist seit 2007 ein kleines „Dankeschön“ an Mitglieder, Paten, Freunde und Förderer.
Wir freuen uns auf zwei ideelle Weihnachtsmärkte, an denen wir in der Adventszeit mit einem Info- und Verkaufsstand teilnehmen. Für die Freunde aus Remscheid und der näheren Umgebung: Sonntag, 16.12.2018, 11 - 17 Uhr im Vaßbendersaal an der Stadtkirche in Remscheid und Sonntag, 23.12.2018, 11 – 17 Uhr im Wald-Weihnachtsdorf auf Gut Landscheid 1 in Burscheid. Angeboten werden wie in den Vorjahren schöne Bastelarbeiten und Kunsthandwerk aus Uganda, Körbe, Arm- und Halsketten, kunstvoll hergestellt aus Papier, unterschiedliche afrikanische Krippen, Engel aus getrockneten Bananenblättern und anderen Naturmaterialien, handgefertigte Weihnachtskarten, hübsche Nähsachen etc.

Ich darf Sie herzlich auch von Goretti, Emmanuel, den Mitarbeiter*innen und den Kindern aus Uganda grüßen und Ihnen für Ihre Unterstützung danken. Für Patinnen und Paten sind Briefe der Patenkinder beigefügt. Persönliche Patenschaften und die Förderung von Schulbesuchen und Ausbildungen sind ein wichtiger Teil der Unterstützung. Wir freuen uns über jede Spende und jede neue Patenschaft, ganz besonders weil die Zahlen der Schüler*innen und Auszubildenden ständig wachsen. Bis heute durften wir bereits 284 Patenschaften vermitteln. Die Kinder im Kinderheim und viele der Kinder und jungen Leute aus den Nachbardörfern und im projekteigenen Weiterbildungszentrum Kitamba könnten ohne diese Unterstützung keine Schule besuchen und keine Berufsausbildung machen. Herzlichen Dank.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest.
Ihr Franz Lebfromm




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